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Erstmals Schweizer Aprikosen im Folientunnel

Aprikosen in einem Folientunnel in einer bereits bestehenden Anlage am Bodensee (Bildautor: Daniel Schnegg)

Aprikosen sind in der Welt der Früchte die Vorboten des Frühlings. Bereits in diesen Tagen werden sich die ersten Blüten öffnen. Sie sind deshalb besonders anfällig auf Frostereignisse. Im letzten Jahr fiel die Ernte deshalb nicht nur bei den Aprikosen an manchen Orten ganz aus. Es ist kein Zufall, dass die meisten Schweizer Aprikosen im Wallis wachsen, wo ein ganz spezielles Mikroklima herrscht. Nun sollen aber in den nächsten drei Jahren auch im Kanton Aargau 2000 Bäume zusätzlich gepflanzt werden. «Gerade Direktvermarkter sehen frische Aprikosen aus der Region als Magnet für die Konsumenten», sagt Daniel Schnegg vom Landwirtschaftlichen Zentrum Liebegg. Er moderiert den Arbeitskreis «moderner Aprikosenanbau Aargau». Für den Obstbauexperten ist klar, dass der Aprikosenanbau in grösserem Rahmen in dieser Region nur im geschützten Anbau möglich ist, um das Ausfallrisiko zu minimieren. Erstmals in der Schweiz werden Aprikosen deshalb nun im Folientunnel angebaut. «Darin können die Bäume bei einem Kälteeinbruch mit einer kleinen Heizung mit vertretbarem Aufwand frostfrei gehalten werden», sagt Schnegg. Ein Insektenschutznetz hält zudem die Schädlinge von den Früchten fern. In den rund 4,5 Meter hohen und 8 Meter breiten Folientunneln lässt sich die für die Aprikosen besonders problematische Feuchtigkeit besser kontrollieren und damit den Befall von Krankheiten reduzieren. «Dadurch kommen wir mit deutlich weniger Pflanzenschutzmittel aus.» Bereits in diesem Jahr sollen die ersten beiden Anlagen in Seengen erstellt werden. Die Gemeinde hat die Baugesuche für die etwas mehr als hundert Meter langen Folientunnel bewilligt. Damit ist die erste Hürde genommen. Mit möglichen kritischen Stimmen geht der Arbeitskreis bewusst offensiv um. Ende August wollen die Aargauer Aprikosenproduzenten der Bevölkerung die innovative Anlage an einem Anlass vorstellen. «Ich bin sicher, dass dann auch kritische Leute von den Vorteilen überzeugt sein werden», sagt Daniel Schnegg.

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