Star Wars im Gewächshaus

Die Brüder Sjoerd und Bram Tijmons entwickeln Mini-Drohnen zur Schädlingsbekämpfung.

Ein holländisches StartUp will künftig Schädlinge im Gewächshaus mit Mikrodrohnen bekämpfen. Bei Tests in Schnittblumen funktionierte die Methode, mittelfristig sollen auch Schädlinge in Gemüsekulturen ins Visier genommen werden. 

Sobald die Kamera das fliegende Insekt erkennt, hebt die Mikrodrohne ab. Ihr Auftrag: Auslöschen des verdächtigen Objekts. Die Idee ist verrückt, doch die drei holländischen StartUp-Gründer Kevin Backe sowie die Brüder Bram und Sjoerd Tijmons wollen mit ihrer Firma Pats Indoor Drone Solutions Schädlinge im Gewächshaus künftig tatsächlich mit Mikrodrohnen bekämpfen. Dass es funktioniert, haben sie im Labor und in einem Blumen-Gewächshaus bereits bewiesen. In einem Video zeigen sie kleine Fliegen, die vom Propeller der Drohne präzis in der Luft zerfetzt werden.  Mehr

Biofilter in Plastikpaloxen

Lorenz Gutknecht und Betriebsleiter Peter Liem entschieden sich bei der neuen Waschanlage für eine pragmatische Lösung.

Ab nächstem Jahr muss jeder Gemüsebaubetrieb einen Zugang zu einem Waschplatz mit Sammelbehälter vorweisen können. Lorenz Gutknecht baute im letzten Jahr eine neue Anlage mit einer eigenen auf den Betrieb angepassten Lösung.

Die Pflanzenschutz-Initiativen bringen Bewegung in die Amtsstellen. Diese haben entschieden, dass bereits ab nächstem Jahr jeder landwirtschaftliche Betrieb, der ein Spritzgerät befüllt, reinigt oder einsetzt, einen Zugang zu einem konformen Waschplatz mit einem Sammelbehälter nachweisen muss. Das betrifft insbesondere viehlose Betriebe ohne Zugang zu einer intakten Güllegrube, also viele Gemüsebaubetriebe. Wann die ersten Kontrollen durchgeführt werden, bestimmen die einzelnen Kantone individuell. Mit der Massnahme will man sogenannte Punkt-Einträge in Oberflächengewässer verhindern, die besonders häufig beim Befüllen und Reinigen von Spritzgeräten entstehen.  Mehr

Farbumstellung bei Transportkisten sorgt für Diskussionen

Ifco Schweiz-Geschäftsführer Stefan Geiger wird ab Juni deutlich mehr schwarze Kisten ausliefern, weil sich Migros aus Marketinggründen für einen Farbwechsel entschieden hat.

Schweizer Gemüse und Beeren werden seit Jahren in grünen Ifco-Kisten geerntet, transportiert und im Laden verkauft. Nun stellt Migros auf schwarz um. Das ärgert einige Lieferanten. Sie rechnen mit Mehraufwand, der ihnen niemand bezahlt.

Sie kommt in ganz Europa herum, von Sizilien bis zum Nordkap und von Portugal bis nach Griechenland. Manchmal reist sie sogar mit dem Schiff in noch fernere Länder. Nach jedem Trip wird sie intensiv gewaschen, desinfiziert und bereitgemacht für die nächste Reise. Normalsterbliche kennen die grüne Ifco-Kiste von der Obst- und Gemüseauslage beispielsweise in Migros und Coop. Die praktische, zusammenklappbare Plastikkiste trifft man auch in manchem privaten Keller an. Doch eigentlich ist das illegal. Und stillstehen sollte sie sowieso nicht, denn nur wenn sie dauernd in Bewegung ist funktioniert das Geschäftsmodell von Ifco, dem weltweit bedeutendsten Anbieter von Mehrwegverpackungen im Frischebereich. Hinter dem unauffälligen Kistchen steht eben viel mehr als man so denkt, wenn man in der Frischprodukteabteilung nach einem Salat oder einem Apfel greift. Mehr

Globaler Brand für Avocado

Der mexikanisch stämmige US-Amerikaner Xavier Equihua ist globaler Avocado-Lobbyist.

Avocados boomen weltweit. Die grössten Anbauländer haben sich zu einer Organisation zusammengeschlossen, um den weltweiten Absatz zu fördern. Sie kämpft aber vor allem auch gegen Negativpresse.

Xavier Equihua ist nicht gut zu sprechen auf europäische Journalisten. Diese wagten es im letzten Jahr gleich mehrmals «seine» Avocado und die Industrie dahinter kritisch zu hinterfragen. Der CEO der World Avocado Organization (WAO) kommt insbesondere beim jeweils stark kritisierten hohen Wasserverbrauch in Rage. Das seien doch alles Fake News, sagt er in seinem Referat an der Fruit Logistica in Berlin im Februar. Er zeigt die Folie, die er in diesen Momenten wohl immer zeigt, mit dem Vergleich des Wasserverbrauchs von verschiedenen Landwirtschaftsprodukten. Die 1000 Liter für die Produktion von einem Kilogramm Avocado stehen hier 15’000 Litern für die gleiche Menge Rindfleisch oder noch viel mehr für Schokolade gegenüber. Wer sich nachhaltig verhalten wolle, müsse deshalb Avocados und weniger Wiener Schnitzel essen, sagt der Avocado-Lobbyist. Um sogleich zur Lobeshymne auf die tollen Eigenschaften der Avocado bezüglich ihrer Nährstoffe anzusetzen, die sich äusserst positiv auf das Wohlbefinden und die Gesundheit des Menschen auswirkten. Er kommt zum Schluss: «Sie entscheiden, ob sie Junk-Food oder für deutlich weniger Geld gesunde Avocados essen wollen». Die WAO wurde von Avocadoproduzenten der zehn wichtigsten Anbau-Länder gegründet und hat ein Ziel: Den Absatz von Avocado insbesondere in Europa zu pushen. Nötig ist das eigentlich gar nicht, denn die Avocado ist längstens zur Superfood-Ikone geworden, auch in der Schweiz. In den letzten zehn Jahren haben sich die Verkäufe hier mehr als verdreifacht. Mehr

Rosenöl belebt nicht nur die Sinne

Die frisch geernteten Rosenblütenblätter werden zwei Mal destilliert um das wertvolle Rosenöl zu erhalten. 

Im Tal der Rosen wachsen seit Generationen die typischen Damaszener-Rosen. In ihren Blüten lagert der Rohstoff für das weltweit begehrte bulgarische Rosenöl.

Wem es schlecht geht, sollte im nächsten Frühling vielleicht ins «Rozowata Dolina» (Tal der Rosen) nach Bulgarien reisen. Dann beginnt dort 200 Kilometer östlich von Sofia die Ernte der Blütenblätter von den berühmten rosaroten Damaszener Rosen. Der süsse Duft der «Königin der Blumen» hängt dann überall in der Luft des von zwei Gebirgszügen flankierten, windgeschützten Tals. Die leichten, sandbraunen Waldböden und das Klima sind ideal für den Anbau von Rosen. In 300 Jahren hat sich die einheimische Bevölkerung viel Rosen-Knowhow angeeignet, das sie während der Ernte jeweils gebührend mit traditionellen Festen feiert. Niemand wird ernsthaft daran zweifeln, dass der faszinierende Geruch eine wohltuende Wirkung auf die Psyche des Menschen haben soll. Das aus tausenden von Rosenblüten destillierte Öl soll aber noch weit mehr positive Eigenschaften haben, respektive schon fast ein Wundermittel gegen allerlei Beschwerden sein: Gegen Depressionen, Kopfschmerzen, Gürtelrose, Menstruationsbeschwerden oder sogar gegen Flaute im Bett beispielsweise. Bulgarien ist weltweit der wichtigste Hersteller von Rosenöl. Je nach Quelle deckt der ehemalige Ostblockstaat zwischen 40 und 70 Prozent der Weltproduktion ab. Alle grossen Kosmetikhersteller der Welt schwören auf die bulgarische Qualität. Die chemischen Eigenschaften des «Bulgarsko rozovo maslo» stehen in engem Zusammenhang mit den geografischen Merkmalen des Gebiets und unterscheiden es von Rosenölen, die in anderen Regionen der Welt hergestellt werden. Die Europäische Kommission hat deshalb dem Eintrag von bulgarischem Rosenöl ins Register zum Schutz von geografischen Angaben und Ursprungsbezeichnungen für Agrarerzeugnisse und Lebensmittel zugestimmt. Mehr

Gene entschlüsseln für effizientere Pflanzenzucht

Genforscher Lukas Müller beim Treffen im Dezember 2018 in Zürich.


Der Schweizer Wissenschaftler Lukas Müller entschlüsselt Gene von Nutzpflanzen und speichert die Informationen in Datenbanken. Der Landfreund sprach mit dem Bioinformatiker über die neuen Methoden der Gentechnologie.

Herr Müller, Sie arbeiteten als Teil eines internationalen Forscherteams bei der erstmaligen vollständigen Sequenzierung des Tomaten-Genoms einer Wildtomate und der gezüchteten Tomatensorte «Heinz 1706» mit. Wie lange dauerte es um die 35000 Tomaten-Gene zu entschlüsseln?Her

Müller: Das Tomatengenom-Projekt startete 2004, acht Jahre später publizierten wir die Resultate. Dabei wurden 850 Millionen Basenpaare analysiert. In den letzten zehn Jahren machten die Sequenzierungs-Technologien enorme Fortschritte. Wir mussten deshalb mehrmals praktisch von vorne beginnen, weil plötzlich viel schnellere Methoden zur Verfügung standen. Heute sprechen wir bereits von der dritten Generation von DNA-Sequenzierungsgeräten. Die alten Maschinen füllten noch das halbe Labor, der aktuell oft verwendete Nanopore-Sequenzer ist nur noch so gross wie ein USB-Stick und dazu viel leistungsfähiger. Mehr

Lidl und Aldi bald mit Knospe?

Bio Suisse-Präsident Urs Brändli will es auch anderen Marktteilnehmern ermöglichen, von der Knospe zu profitieren.

Bio Suisse will neu auch Discountern die Nutzung der Knospe erlauben. Wenig erfreut darüber zeigt man sich bei Coop.

2018 war ein gutes Jahr für Biogemüse. Dazu beigetragen hätten auch die Aktivitäten von Coop anlässlich des 25-Jahre-Jubiläums von Naturaplan, sagte Hans-Ueli Müller vorletzte Woche an der Mitgliederversammlung von Bio Gemüse Schweiz in Holziken. Der Präsident freute sich über die in einzelnen Bereichen stark gestiegenen Marktanteile von Bioprodukten, unter anderem auch bei der Direktvermarktung. «Unsere Hauptkunden sind aber immer noch Coop und Migros», sagte er den rund 30 Teilnehmern. Doch gerade diese sehr enge Beziehung zwischen Bio Suisse und Coop steht nun offenbar vor einer ernsthaften Belastungsprobe. Mehr

Ecorobotix soll im Herbst 2020 kommen

Im Interview weist Ecorobotix-Co-Gründer Steve Tanner auf die Komplexität der Entwicklung von intelligenten Pflanzenschutzrobotern hin. Das Gespräch fand am Rande des internationalen Agrarrobotikforums (FIRA) in Toulouse statt.

Vor vier Jahren erschien in dieser Zeitschrift erstmals ein Artikel über den Ecorobotix. Damals sagten Sie, dass er 2016 auf den Markt kommen wird. Die Marktreife hat der Pflanzenschutzroboter aber bis heute nicht erreicht. Weshalb?

Steve Tanner: Die Aussage damals war natürlich sehr optimistisch (er lächelt). Tatsächlich sind wir bei der Entwicklung des Geräts auf einige Schwierigkeiten gestossen. Bei den Tests unter realen Bedingungen zeigte sich, dass die Algorithmen noch nicht ausreichten, um dort zu bestehen. Es folgten noch einmal zwei Jahre intensive Tests und Weiterentwicklungen, um die Maschine zuverlässiger zu machen. Nun kommt noch eine mindestens einjährige Testphase dazu. Ich denke, dass es im Herbst 2020 endgültig soweit sein wird. Marktanalysten gehen übrigens davon aus, dass die autonome Agrarrobotik weltweit erst im Jahr 2025 praxisreif sein wird. Mehr

Ernteroboter gegen Personalmangel





Cerescon-Generalmanagerin Thérèse van Vinken  mit Ehemann und Sparter-Erfinder Ad Vermeer (Chief Technology Officer).

Deutschlands Spargelanbauer kämpfen mit Personalmangel. Die holländische Firma Cerescon hat mit ihrem selektiven vollautomatischen Ernter «Sparter» eine Lösung. Allerdings verzögert sich die Auslieferung der ersten Geräte um ein Jahr.

Jeder vierte Deutsche Spargelanbauer denkt daran, die Spargelstechmesser an den Nagel zu hängen, stellte der Verband Süddeutscher Spargel- und Erdbeeranbauer (VSSE) in einer Umfrage fest. Mit einer Anbaufläche von über 23 000 Hektaren ist der Spargel in Deutschland mit Abstand das wichtigste Gemüse. Im letzten Jahr sorgten Klimaextreme für eine zu kurze Erntephase mit grossen Übermengen, was zu massivem Preisdruck führte. Ein Riesenproblem ist aber vor allem der Mangel an Arbeitskräften. Laut VSSE konnten 79 Prozent der Spargelbetriebe wegen Personalmangels einen Teil der Ernte gar nicht einholen.  Mehr

Der Pöstler bringt das frische Gemüse

Kathrin Wullschleger-Reinhard verpackt alle zwei Wochen Gemüsesäcke,
die von der Post ausgeliefert werden.

Ein Abo-Angebot für Gemüse ist eine Möglichkeit der Direktvermarktung. Die grosse Herausforderung dabei ist die Logistik. Die Post bietet hier seit drei Jahren einen Service zur Auslieferung regionaler Produkte an. 

Gemüse-Abos sind seit ein paar Jahren im Kommen und bilden für immer mehr Direktvermarkter einen interessanten zusätzlichen Absatzkanal. Gemüsegärtner beliefern dabei die Kundschaft in regelmässigem Abstand mit frischem, saisonalem Gemüse, idealerweise aus eigener Produktion. Ein Knackpunkt ist dabei die Logistik: Wie kommen die Gemüsesäcke möglichst schnell und effizient zum Abonnenten? Mögliche Lösungen sind die Bewirtschaftung von Abholpunkten, das Abholen auf dem Hof oder die Auslieferung bis zum Endkunden. Für die Kundschaft ist die Auslieferung nach Hause sicher die bequemste Lösung. Sie liegt in Zeiten von Amazon und Zalando ganz im Trend. Den Gemüsegärtnern fehlen für solche Kurierfahrten aber oft die Ressourcen, ganz zu schweigen vom sonst noch anfallenden administrativen Aufwand. Deshalb dachte auch die Gemüsegärtnerin Kathrin Wullschleger bis zum letzten Frühling nie ernsthaft daran, in das Geschäft mit Gemüse-Abos einzusteigen. Schliesslich funktionierte der Verkauf des Gemüses von den 1,6 Hektaren Anbauflächen auf dem Wochenmarkt in Bolligen und im Hofladen in Bantigen seit Jahrzehnten gut.  Mehr