Rapunzel, Butzi und Schinkenwurzel

Im Projekt «Traditionswurzeln» sucht Robert Zollinger nach verschollenen und vergessenen Wurzelgemüsen. Er sieht für sie eine Chance im Nischenanbau für die Spitzengastronomie, die überraschende Geschmacksnoten suche.

Saatgut-Spezialist Robert Zollinger untersuchte seltenes Wurzelgemüse.

David Eppenberger

Die Wurzeln sind dünn wie ein Bleistift, dick wie eine Sellerieknolle, mehrbeinig mit feinen Würzelchen oder stossen bis ein Meter tief in den Boden vor. Das ist nicht unbedingt, was man sich in der Küche wünscht. Auch der Anbau ist schwierig.… mehr

Die Bohnenfliege wird unberechenbarer

Nachdem Rückzug von Chlorpyrifos darf kein gebeiztes Bohnen-Saatgut mehr eingesetzt werden. Deshalb wird die Bohnenfliege nun zum Problem. Die Suche nach wirksamen Alternativen verliefen bisher erfolglos. Die Anbaurisiken steigen deshalb. 

David Eppenberger

Zu so schönen Bohnen kommt es, wenn sie am Anfang nicht von der Bohnenfliege heimgesucht wird.

Seit diesem Frühling ist es endgültig: Die bewährte Beizung von Bohnensaatgut mit dem Insektizid Chlorpyrifos ist nicht mehr zugelassen. Die Vorräte waren grösstenteils bereits letztes Jahr aufgebraucht, weshalb viele Bohnenanbauer bereits in der letzten Anbausaison ungebeiztes Saatgut verwenden mussten.… mehr

Drohnen gegen Littering im Spinat

Die belgische Firma Ardo ist der grösste Tiefkühlgemüse-Verarbeiter in Europa. Die Flächen befinden sich in verschiedenen Anbauregionen in Europa. Das Unternehmen verfolgt eine konsequente Nachhaltigkeits-Strategie. 

David Eppenberger

Kein Land in Europa stellt mehr Tiefkühlgemüse her wie Belgien. Von den in Europa produzierten rund 4,1 Mio. Tonnen wird rund ein Viertel im Benelux-Staat verarbeitet, der flächenmässig kleiner als die Schweiz ist. Die Firma Ardo mit Hauptsitz in Ardooie ist Marktleader und die Nummer Eins unter den Tiefkühlgemüse-Verarbeitern Europas.… mehr

In «Hugo» steckt 100 Prozent Schweiz

Dank dem Engagement der Firma Hugo Reitzel SA stiegen die Anbauflächen von Schweizer Essiggurken wieder deutlich. Sie sind aber nur ein Teil einer Produktereihe, zu der auch Ketchup und seit diesem Jahr Silberzwiebeln «Made in Switzerland» gehören. 

Olivier Camille – hier im firmeneigenen Shop von Hugo Reitzel SA in Aigle –, setzt auf die Schweizer Herkunft.

David Eppenberger

Die grossen Gläser mit den Schweizer Essiggurken sind schwer, ungewohnt sperrig und dazu noch deutlich teurer als die «normalen» Cornichons.… mehr

Sauerkraut: Mit Importen Lücke füllen

Die Nachfrage nach Sauerkraut ist dank Corona deutlich gestiegen. Das Weisskabis-Angebot ist wetterbedingt aber kleiner als sonst. Obwohl der Anbau von Weisskohl anspruchsvoller werden dürfte, ist nicht mit höheren Abnahmepreisen zu rechnen.

David Eppenberger

Sauerkraut-Fabrikant David Dreyer schaut auf eine aufregende Corona-Zeit zurück

Es ist schon etwas ungerecht. Da boomt ein Produkt unverhofft, das zuvor jahrelang als unmodern und verstaubt gebrandmarkt wurde, und dann fehlt plötzlich der Ausgangs-Rohstoff. Es tut einem Sauerkrauthersteller wie David Dreyer von der Dreyer AG in Gerolfingen im Herzen weh, wenn er den Suisse Garantie Kleber auf der Verpackung überkleben muss.… mehr

Gemüsebaubetrieb real erleben

Eine Gruppe von Raumplanungsexperten und -expertinnen verschafften sich vor Ort
einen E
inblick in die gemüsebaulichen Abläufe und die bestehenden Bedürfnisse. Die
anschliessende Diskussion zeigte, wie unterschiedlich die Meinungen sind. 

David Eppenberger

Roman Käser führte die Gruppe durch die Verarbeitungsräume.

Die Raumplanung und die Gemüseproduktion sind alles andere als beste Freunde. Die Gemüsegärtnerinnen und -gärtner sehen sich durch den aktuellen rechtlichen Rahmen in ihren Entwicklungsmöglichkeiten stark eingeschränkt. Wer neue Verarbeitungsräume, Unterkünfte für Mitarbeitenden oder der Bau eines neuen Gewächshauses plant, braucht oft einen langen Atem.… mehr

Profi-Gemüsebetrieb im Kleinformat

Markus Lohr wechselte spät vom Journalismus zum Gemüsebau. In sieben Jahren baute er auf knapp einer halben Hektare einen profitablen Direktvermarktungsbetrieb auf. Das Erfolgsrezept sind schlanke Strukturen und ein enger Kundenkontakt.

Markus Lohr produziert Spezialgemüse wie Schlangenzucchini.

Der Schrebergarten habe während seiner Zeit als Journalist bei der Basler Zeitung jeweils das Sofa beim Psychotherapeuten ersetzt, sagt Markus Lohr heute mit einem Lächeln auf dem Gesicht. Mit der Unzufriedenheit in seinem damaligen Job wuchs die Begeisterung für das Gemüse.… mehr

Gekommen, um zu gehen

Die Schweizer Gemüsebranche ist auf ausländische Arbeitskräfte angewiesen. Viele kommen wie Ignac Gergely aus Rumänien. Nach vielen Jahren in der Fremde sieht er seine Zukunft nun in Rumänien. Die Rückkehr in die Schweiz ist nur noch temporär.

Ignac Gergely arbeitet auf dem Gemüsebaubetrieb Müller in Niederbuchsiten in einer leitenden Funktion.

Als Ignac Gergely im Alter von 20 Jahren erstmals als Praktikant zum Arbeiten auf den Gemüsebaubetrieb der Brüder Viktor und Paul Müller nach Niederbuchsiten kam, hatte er ein klares Ziel vor Augen: «Ich wollte Geld verdienen, um ein eigenes Haus in der Heimat in Siebenbürgen zu bauen.»… mehr

Eine Anlaufstelle für Arbeitsnehmende

Simone Steiner ist seit 2020 Präsidentin des Interessenvereins für Arbeitnehmer im Gemüsebau (IVAG). Sie will die Organisation nun vor allem bei jungen Gemüsegärtnerinnen und -gärtnern bekannt machen und diese von einer Mitgliedschaft überzeugen.

Die 25-jährige Simone Steiner setzt sich als IVAG-Präsidentin für die Angestellten in der Gemüsebranche ein.

Es funkte während einer Schnupperwoche beim Kürbiswaschen. Simone Steiner lacht: «Ausgerechnet bei dieser eigentlich ziemlich monotonen Arbeit wurde mir klar, dass ich Gemüsegärtnerin werden wollte.» Es war der Einstieg in eine neue Welt.… mehr

Biorebbau-Pionier im Modus Entschleunigung

Im nächsten Jahr übernimmt Andri Strasser das Bioweingut Stammerberg von seinen Eltern Maria und Fredi. Nach aufopfernden Jahren im Dienst des Schweizer Biolandbaus freuen sich diese nun auf weniger hektische Zeiten.

Andri Strasser wird den Betrieb von seinen Eltern übernehmen.

Zum Abschied gibt Fredi Strasser dem Reporter noch eine Flasche Léon Millot mit auf den Heimweg. «Geniessen Sie ihn, es ist eine der letzten Flaschen aus eigener Kelterung», sagt er. Im nächsten Jahr übernimmt sein Sohn Andri das idyllisch gelegene Bioweingut auf dem Stammerberg.… mehr