Biorebbau-Pionier im Modus Entschleunigung

Im nächsten Jahr übernimmt Andri Strasser das Bioweingut Stammerberg von seinen Eltern Maria und Fredi. Nach aufopfernden Jahren im Dienst des Schweizer Biolandbaus freuen sich diese nun auf weniger hektische Zeiten.

Andri Strasser wird den Betrieb von seinen Eltern übernehmen.

Zum Abschied gibt Fredi Strasser dem Reporter noch eine Flasche Léon Millot mit auf den Heimweg. «Geniessen Sie ihn, es ist eine der letzten Flaschen aus eigener Kelterung», sagt er. Im nächsten Jahr übernimmt sein Sohn Andri das idyllisch gelegene Bioweingut auf dem Stammerberg.… mehr

FarmLab: Nmin in ein paar Sekunden

Seit diesem Jahr ist ein digitaler Bodenanalyse-Spaten aus Deutschland auf dem Markt, der die Nährstoffgehalte im Boden quasi in Echtzeit ausspuckt. Der Vergleich mit herkömmlichen Laboranalysen zeigt, dass die Daten zuverlässig sind.

Gemüsegärtner Matthias Stoffers analysiert den Boden mit dem Farmlab in bestehenden Beständen.

Den mit Sensoren vollbepackten Spaten in den Boden stecken, kurz warten und schon weiss man Bescheid, wie es dort in Sachen Nährstoffgehalte, pH oder Humusgehalt gerade so aussieht. Der Gemüsegärtner Matthias Stoffers aus Krefeld (D) nutzt das mobile Analysesystem FarmLab des Deutschen StartUp Stenon seit diesem Mai.… mehr

Direktsaat von Chicoréewurzeln

In der Westschweiz experimentiert ein Betrieb mit Chicoréewurzeln im Direktsaatverfahren. Der Besuch vor Ort zeigte, dass diese Parzelle bei Starkregenereignissen deutlich weniger litt. Was fehlt, sind aber geeignete Direktsaat-Geräte für Gemüsekulturen.

Gemüsegärtner Andi Bühler in direkt gesäten Chicoréewurzeln.

Das Gewitter in der Region um Oppens VD Ende Juni war einmal mehr heftig. Trotzdem läuft Gemüsegärtner Andreas Bühler am nächsten Tag entspannt und ohne Dreck an den Schuhen über die Parzelle in Hanglage. Dort hatte der Lohnunternehmer vor ein paar Wochen Chicorée-Wurzeln direkt zwischen die abgefrorene Gründüngung ausgesät.… mehr

Mit Komposttee Bakterien in den Boden bringen

Was bringt Komposttee wirklich? Gemüsegärtner Peter Zurbuchen stellte extra einen Mikro-biologen an, der untersucht, wie die Prozesse ablaufen und welche Effekte sie haben. Dabei wird auch Wurmkot oder Waldboden beigemischt.

Peter Zurbuchen (links) arbeitet mit dem Lebensmitteltechnologen Peter Schnyder am optimalen Komposttee.

Komposttee passt ganz gut in das aktuelle landwirtschaftliche Umfeld. Der Pflanzenschutz befindet sich bekanntlich gerade in einem gröberen Transformationsprozess, in dem Alternativen zu herkömmlichen Methoden intensiv gesucht werden. Der Komposttee stösst wohl auch deshalb in den letzten Jahren in der Schweizer Landwirtschaft auf ein zunehmendes Interesse.… mehr

Konservierender Gemüseanbau: Bodenbewegungen reduzieren

Reduzierte Bodenbearbeitung ist in der übrigen Landwirtschaft so etwas wie das Gebot der Stunde. Versuche und Erfahrungen von einzelnen zeigen, dass dies auch in langdauernden Gemüsekulturen wie Kohl bereits funktioniert. 

Der Kohl wurde direkt in einen mit Strip-Till angelegten Streifen zwischen dem mit der Messerwalze abgelegten Grünschnittroggen gesetzt. 

Pflug, Grubber, Kreiselegge und zum Abschluss möglicherweise noch eine Bodenfräse sind die Mittel der Wahl bei der üblichen gemüsebaulichen Bodenbearbeitung. Ein möglichst «sauberer» Gemüseacker bietet immer noch die beste Umgebung, für eine optimale Entwicklung der Kulturen, um die verlangten Anforderungen der Abnehmer zu erfüllen.… mehr

Reduktion von Pflanzenschutzmitteln mit Hilfe von Risiko-Scores

Das potenzielle Risiko eines Wirkstoffes bei der Anwendung lässt sich mit Hilfe des Risiko-Score berechnen. Dieser wird verwendet, um die vom Gesetzgeber verlangte Reduktion der Risiken bei der Anwendung von Pflanzenschutzmitteln zu erreichen.

Mit Waschplätzen kann der Eintrag von Pflanzenschutzmitteln in die Umwelt bereits deutlich reduziert werden.

Der Bundesrat stellte Ende April das Verordnungspaket Parlamentarische Initiative 19.475 «Das Risiko beim Einsatz von Pestiziden reduzieren» vor. Ein Bestandteil ist die für die Gemüsebranche sehr anspruchsvolle Anforderung der geplanten Reduktion der Risiken von Pflanzenschutzmitteln um 50 Prozent bis 2027.… mehr

Nach der Trockenheit kommt die Nässe

Viele Gemüsefelder versanken diesen Sommer im Regen. Zeitweise waren kaum mehr Schweizer Salate verfügbar. Problematisch wird es voraussichtlich mit den Lagerkarotten, weil viele Flächen erst spät ausgesät werden konnten.

Es ist schon speziell, wenn im Juli bei fast 40 Gemüsesorten Importe zugelassen werden müssen. Doch die Hagelzüge und vor allem die enormen Regenmengen trafen viele Schweizer Gemüseproduzenten und -produzentinnen in diesem Sommer hart. Betroffen waren mehr oder weniger alle Regionen in der Schweiz, was eher selten ist.… mehr

Limmatwasser aus der Pipeline

Das Bewässern aus kleinen Oberflächengewässern wird immer mehr eingeschränkt. Kein Problem ist das bei grossen Fliessgewässern wie der Limmat, woher die Furttaler Landwirte sich künftig ihr Wasser holen. Speziell dabei: Die mehr als 12 Kilometer lange Wasserleitung muss zuerst 150 Höhenmeter überwinden. 

Das Bewässerungsprojekt im Furttal sichert den Landwirten künftig jederzeit den Zugang zu Wasser. 

Die Ankündigung kam überraschend. Vor über zehn Jahren eröffnete das Amt für Abfall, Wasser, Energie und Luft (AWEL) des Kantons Zürich den Landwirten und Gemüsegärtnern aus dem Furttal, dass sie ihre Kulturen mittelfristig nicht mehr wie bisher üblich mit Wasser aus dem Bach oder mit Grundwasser bewässern durften.… mehr

Self-Pick von Gemüse im Gewächshaus

Hagel und Starkregen sorgten in den letzten Wochen auf vielen Gemüsefeldern für grosse Schäden. Wer seine Gurken, Tomaten, Auberginen oder Erdbeeren bei Gemüsegärtner Thomas Hurni in Kerzers in den Folientunneln selbstpflückte, blieb aber trocken. 

Thomas Hurni und sein Mitarbeiter Jonas Schwab starteten in diesem Frühling mit ihrer Selbstpflückanlage, hier im Folientunnel mit den Auberginen.

Vierzig Jahre steht die Linde bereits da, praktisch unbemerkt neben der Strasse vor den Folienhäuser mit dem Gemüse und Erdbeeren. Die Leute schauten entweder auf die Folientunnel oder gegenüber auf den Chasseral, aber kaum auf den imposanten Baum dazwischen.… mehr

Mehr Biozucker von Schweizer Äckern

Die Nachfrage nach Schweizer Biozucker übersteigt das aktuelle Angebot deutlich. Der Anbau von Biozuckerrüben ist sehr aufwändig. Werden sie als Jungpflanzen gesetzt anstatt gesät, kann der Jätaufwand aber reduziert und der Verdienst erhöht werden.

Trotz hohen Kosten für Personal und Jungpflanzen lohnte sich das Setzverfahren in den Versuchen.

Bis vor ein paar Jahren wagten sich nur ein paar Hartgesottene an den Anbau von Bio-Zuckerrüben. Vor allem der grosse Unkrautdruck, die Schädlingsbekämpfung sowie die unattraktiven Abnahmepreise wirken abschreckend.… mehr