Schweiz bleibt Vorzeigeland des Biolandbaus (BauernZeitung, 21. Februar 2003)

Die Schweiz spielt im biologischen Landbau weiterhin eine Vorreiterrolle. Trotzdem warnen die Fachleute davor, sich auf den Lorbeeren auszuruhen. Vielmehr sind neue Ideen bei der Vermarktung gefragt.

Dem Schweizer Biomarkt werden für dieses Jahr einmal mehr rosige Zeiten prophezeit. Das International Trade Center (ITC) schätzt das Wachstumspotential im Jahr 2003 auf bis zu 15 Prozent. „Mit einem Marktanteil von zwischen 3,2 und 3,7 Prozent am gesamten Lebensmittelmarkt sind die Eidgenossen erneut absolute Spitzenreiter in Sachen Bioprodukte,“ erklärte Rudy Kortbech-Olesen vom ITC in der vergangenen Woche an der BioFach 2003 in Mehr

Biomarkt: Vertrauen ist gut, Kontrolle besser (LID-Mediendienst, 20. Februar 2003)

Biofach 2003

Die Zahl der Biobetriebe wächst und damit steigt die Gefahr von Missbräuchen. Umso wichtiger ist ein funktionierendes Kontroll- und Zertifizierungssystem. An der BioFach 2003 in Nürnberg wurde eine Software vorgestellt, welche die ganze Lebensmittelkette transparent machen soll.

Es ist noch kein Jahr vergangen, seit in unserem nördlichen Nachbarland der sogenannte Nitrofenskandal für Schlagzeilen sorgte und die Bewegung des biologischen Landbaus arg in Bedrängnis brachte. Wir erinnern uns noch gut, wie lange es dauerte, bis die Ursache endlich geklärt war. Die Kontanimierung geschah in einer Lagerhalle im Osten Deutschlands, in der zu DDR-Zeiten Pflanzenschutzmittel gelagert waren. Die Gerüchteküche brodelte wochenlang und fügte dem Bioproduktemarkt einen beträchtlichen Schaden zu. Die Diskussionen hätten viel früher beendet werden können, wenn die Rückverfolgbarkeit der fraglichen Ware gewährleistet gewesen wäre. Mehr

Regionale Küche in der Kanti (Zofinger Tagblatt, 15. Februar 2003)

Kanti Willisau

Willisau – Pilotprojekt «Rondome Guets» von Bäuerinnen schmeckt den Schülern.

Seit einem Jahr kochen Bäuerinnen in der Kantonsschule Willisau jede zweite Woche mit regionalen Produkten. Der Erfolg zeigt sich darin, dass das Angebot inzwischen etabliert ist. Die Initiantinnen suchen neue Wege, um Jung und Alt für regionale Produkte zu begeistern.

Der Andrang in der Mensa der Kanti Willisau ist an diesem Donnerstag gross. Rund 160 hungrige Mäuler freuen sich auf liebevoll zubereitete Spätzli mit «urchigem» Schweinsgeschnetzeltem. Hinter der Theke stehen an diesem Tag nicht die übliche Mensaangestellten, sondern drei Bäuerinnen aus der Region, die alle zwei Wochen mit regionalen Spezialitäten leckere Mittagsmenüs zubereiten. Dabei handelt es sich um ein Pilotprojekt, das seit einem Jahr unter der Bezeichnung «Rondome Guets» läuft. Damit wollen die Bäuerinnen der Jugend das bäuerliche Leben und die Bedeutung der Landwirtschaft für die menschliche Ernährung näher bringen. Mehr

Eine Nische in der Nische: Fische aus dem Bioteich (LID-Mediendienst, 5. 9. 2002)

Der Fischkonsum steigt in der Schweiz. Doch nur ein geringer Teil des konsumierten Fisches stammt aus einheimischen Fischzuchten. Mit Hilfe der Bioknospe wollen einige der Fischzüchter ihre Chancen erhöhen.
Manch einer wundert sich bei Griff in die Fischtruhe über das Bio-Label, das auf der Forellenpackung klebt. Viele Konsumentinnen und Konsumenten gehen nämlich immer noch davon aus, dass die Fische in erster Linie aus natürlichen Seen, Flüssen oder aus dem Meer gezogen werden. Doch weltweit wachsen die Fische immer häufiger in so genannten Aquakulturen auf. Und diese werden nach den Prinzipien eines Bauernhofs geführt: Die Mutterfische liefern Eier, welche mit dem Sperma der Männchen – im Fachjargon Milch genannt – befruchtet werden. Die geschlüpften Jungtiere leben dann in Teichen, wo sie regelmässig Futter erhalten. Nach ein paar Monaten erreichen sie die Schlachtreife. Die Fische aus den rund 50 grösseren Schweizer Fischzuchten stehen in Konkurrenz zu den Importfischen, die den überwiegenden Teil des Schweizer Konsums decken. Nur gerade drei bis fünf Prozent der jährlich verspeisten rund 55,000 Tonnen Fische stammen aus einheimischen Seen oder aus den Zuchten. Mehr

Irland geizt nicht mit seinen Reizen (BauernZeitung, 16. August

Bed and Breakfast in Irland

Ferien auf dem Bauernhof. In Irland bieten über 400 Bauernbetriebe Übernachtungen als Bed & Breakfast an. Der Standard ist hoch.

Drei Rinder und ein paar Schafe grasen vor dem Bertra House. Der Strand der Clew Bay an der Westküste in Irland liegt nur ein paar hundert Meter vom Haus entfernt, und ist bei Spaziergängern und Vogelliebhabern sehr beliebt. Margaret Gill bereitet gerade die Räume für die nächsten Gäste vor. Das Haus wirbt mit dem Label der Irish Farmhouse Holidays Association, vergleichbar mit dem Verein „Ferien auf dem Bauernhof“ in der Schweiz. Seit 19 Jahren empfängt Margaret Gill auf ihrem kleinen Bauernhof Gäste aus aller Welt. Manche hätten sich in die grünen Hügel und die Spaziergänge am Meer verliebt und kämen immer wieder. Darunter ein Schweizer Ehepaar aus Liestal, das sich mittlerweile in der Gegend ein eigenes Ferienhaus gekauft habe. Die bisherige Saison sei aber enttäuschend verlaufen, berichtet Margaret Gill. Den Grund ortet sie im Wegbleiben der amerikanischen Touristen nach dem Terroranschlag in New York vom letzten Jahr. Zudem habe die Einführung des Euro für eine enorme Verteuerung des Lebens in Irland gesorgt. Laut einer jüngst veröffentlichten Statistik ist Irland in der Euro-Zone das zweitteuerste Land. Die Zeiten, in denen Irland zu den bevorzugten Zielen von Rucksacktouristen zählte, sind vorbei. Mehr

Brennerei: Old Midleton Distillery, eine der drei letzten Irish-Whiskey-Brennereien Kommt ohne rauchigen Flavour aus (Schweizer Bauer, 7. August 2002)

Ein Besuch in der Old Midleton Distillery in der Nähe von Cork, eine der drei letzten in ihrer Art, führt durch die Geschichte des irischen Whiskeys. Gleich hinter dem historischen Gelände dampft der Kamin der neuen Anlage.

Dass der irische Whiskey weltweit nur die dritte Geige spielt, hat weniger mit der Qualität, sondern mehr mit seiner schwierigen Geschichte zu tun. Noch streiten sich die Historiker darüber, ob das edle Getränk nicht sogar in Irland selbst erstmals gebrannt wurde. Sicher ist, dass der Begriff Whiskey aus dem Gälischen stammt und übersetzt «Lebenswasser» heisst. Mehr

Forellen aus dem Bio-Teich (HandelsZeitung, 3. Juli 2002)

Bioforellenzucht Nadler

Bio-Forellen sind ein seltener Genuss: In der Schweiz existieren nur zwei Fischzuchten, wo die Fisch in kiesigen Teichen schwimmen und länger leben dürfen. Verkauft werden sie mit dem Knospen-Label von Bio Suisse.Die meisten Schweizer Forellen, die auf den Tellern landen, stammen aus Fischzuchtanlagen und nicht etwa aus wildlebenden Beständen in Seen oder Bächen, wovon viele Fischliebhaber irrtümlicherweise ausgehen. Die sogenannten Aquakulturen funktionieren nach den Grundprinzipien eines Bauernhofs. Auf der Anlage werden Eier befruchtet und ausgebrütet, die kleinen Fische aufgezogen und schliesslich bis zur Schlachtreife gemästet. An Stelle der weidenden Mutterkühe schwimmen eben Mutterfische in Teichen. Die Massenproduktion von Fischen ist aber problematisch. Krankheiten verbreiten sich in zu dichten Beständen rasant. Die Fische werden dann krankheitsanfällig und müssen häufiger mit Medikamenten behandelt werden. Die Folge sind
hohe Gehalte beispielsweise an Malachitgrün, ein oft verwendetes Mittel gegen Parasiten und Pilze, und anderen Arzneimitteln in den Fischgeweben. In biologischen Zuchten leben die Fische gesünder und profitieren in den Teichanlagen von mehr Raum und Abwechslung. Mehr

Infopool an der Expoagricole: In die virtuelle Landwirtschaft eintauchen (LID-Mediendienst, 18. April 2002)

Der Infopool an der Expoagricole präsentiert die moderne und aufgeschlossene Schweizer Landwirtschaft. Besucherinnen und Besucher tauchen von der realen in eine virtuelle Welt ab. Dort können sie zum Beispiel einen normalen Bauernhof in eine Biofarm verwandeln.

Der Infopool der Expoagricole 2002 logiert im ehemaligen Gärtnerhaus Beaulieu Park in Murten. Die Heubühne im ersten Stock wurde vollständig renoviert und erinnert nur noch von aussen an ihre ursprüngliche Funktion. Der Eintritt in den Infopool erfolgt sinnbildlich über eine Computer-Tastatur durch einen zum Bildschirm umgestalteten Eingang. Im Innern des “Computers” geht es modern und virtuell zu und her. Über die Decke wandern beleuchtete Lichtpunkte, die sich bei näherem Hinsehen als Sujets aus der Landwirtschaft enttarnen. Dann fällt der Blick auf eine Leinwand, wo die aktuellen Nachrichten aus der Landwirtschaft erscheinen. Leuchtende überdimensionierte Leiterplatten am Boden führen die Besucherinnen und Besucher zu weiteren Computerstationen. Dort können sie Landwirtschaft spielen, auf Agro-Websites surfen oder allgemeine Infos über die Landwirtschaft herunterladen. Der Infopool ist in drei Hauptbereiche aufgeteilt, die sich an das Fachpublikum, die allgemeine Bevölkerung inklusive Medienschaffende und die Schulen richten. Vermittelt wird das Bild einer modernen und aufgeschlossenen Landwirtschaft, die keine Berührungsängste mit der virtuellen Welt kennt. Mehr

Modern, aber zu wenig Milch – Über die Probleme einer kleinen Käserei in Bulgarien (Bayerisches Landwirtschaftliches Wochenblatt, 6. April 2002)

Modern, aber zu wenig Milch – Über die Probleme einer kleinen Käserei in Bulgarien. Der Durchschnitts-Monatslohn beträgt 135 Euro, und die Landwirtschaft in Bulgarien ist kleinstrukturiert. Da ist man froh über Unterstützung aus dem Westen.

Beim Gang durch die Milchprodukteabteilung eines Supermarktes in Sofia findet man zwischen typisch bulgarischen Produkten wie Feta und Joghurt seit ein paar Jahren auch Tilsiter und Gruyère. Beim in kyrillischer Schrift angeschriebenen Käse handelt es sich aber nicht um Importware aus der reichen Schweiz, sondern um einheimische Produkte aus der Käserei «Rhodop Milk» in Smilian, in den gebirgigen Rhodopen im Süden Bulgariens gelegen. Seit dem Jahre 1994 werden dort in der von drei Familien betriebenen Käserei-Genossenschaft zwar in erster Linie einheimische Sorten hergestellt, zudem aber auch Tilsiter, Gruyère, Gouda und Parmesan. Produziert wird nämlich nur für den bulgarischen Markt. Emmentaler gehört übrigens nicht zum Sortiment, weil der Bulgare nicht auf «süssen» Käse stehe, erklärt die Geschäftsführerin Milkana Jordanova. Mehr

Die Bauern spielen nur noch eine Nebenrolle (Handelszeitung,20. März 2002)

AGRIGATE Das Internetportal für die Agrarwirtschaft hat die Vorgaben verfehlt: Der Umsatz fiel mit nur gerade 160000 Franken enttäuschend aus, derweil der Verlust 5 Millionen Franken erreichte. Jetzt reagieren die Gründer – und erfinden das Portal neu. Sie wollen aus Agrigate einen “Internetpartner für die Agrarwirtschaft” machen, der E-Lösungen für KMU anbietet.Zweistellige Millionenbeträge wollten die Betreiber von agrigate im ersten Jahr umsetzen. In dieser Grössenordnung sollten Bauern Dünger, Pflanzenschutzmittel, Futter oder Maschinen über die Landwirtschaftsplattform im Internet kaufen. Mehr