Verknappungskrise erfasst die Branche

Die Preise für Dünger, Energie oder Verpackungsmaterial sind deutlich gestiegen. Zudem fehlen Ersatzteile für Maschinen oder es mangelt an normalerweise problemlos verfügbaren Hilfsstoffen wie dem Diesel-Additiv AdBlue. 

Was macht ein Gewächshausproduzent mit Gasheizung, wenn der Brennstoff plötzlich drei Mal teurer ist als noch im Vorjahr? Glücklich ist in diesem Frühling, wer einen fixen Gas-Liefervertrag besitzt oder bereits mit erneuerbaren Energien unterwegs ist. Wer hingegen normal über das Verteilnetz Gas bezieht, kann eigentlich nur auf milde Temperaturen hoffen, oder dass er die Mehrkosten auf den Abnahmepreis abwälzen kann.… mehr

Sensoren sollen übernehmen

Künftig sorgen die Computer für noch perfektere Wachstumsbedingungen im Gewächshaus. Experten stellten präventive Bekämpfungsmethoden gegen das Jordanvirus vor. Und: Die anaerobe Bodenentseuchung macht müde Böden wieder munter.

Kontrollraum in einem zukünftigen Gewächshaus mit einer datengetriebenen Produktion. 

Die 4. Nationale Gewächshaustagung vom 23. November fand online statt. Irgendwie passte das gar nicht so schlecht, schliesslich sollen reichlich mit Bildschirmen ausgestattete spezielle Kontrollräume künftig zur Grundausstattung in einem vollständig automatisierten Gewächshaus gehören. Das denkt zumindest Bart’t Hoen von der holländischen Firma Hoogendoorn.… mehr

Tomaten gegen Viren impfen

Seit ein paar Jahren können Tomatenproduzenten ihre Kulturen gegen einen PepMV-Befall impfen, was in der Praxis offenbar gut funktioniert. Forschungen an einer Impfung gegen das Jordanvirus laufen. Bis es soweit ist, dürften aber noch Jahre vergehen.

Mit dem Jordanvirus befallene Tomaten: verschiedene Bekämpfungsmöglichkeiten werden erforscht.

Hat sich das Pepinomosaik-Virus (PepMV) erst einmal in den Tomatenkulturen eingenistet, sind Verluste von mehr als 25 Prozent möglich. Aus dem Gewächshaus bringt man die Krankheit dann fast nicht mehr heraus.… mehr

Die Angst vor dem Jordan-Virus

Im letzten Jahr wurde das global auftretende äusserst schädliche Jordan-Virus erstmals in einem Schweizer Gewächshaus nachgewiesen. Der Betrieb wurde sofort gesperrt. In der Branche rechnet man mit einer weiteren Verbreitung des Virus.

Mit dem Jordan-Virus befallene Tomaten: Die Symptome sind sehr unterschiedlich.

Währendem die Bevölkerung auf ein baldiges Ende der Corona-Pandemie hofft, bereiten sich die Tomatenproduzenten auf den nächsten Virus vor. Der Mensch ist davon für einmal zwar nicht betroffen, zumindest nicht direkt. Doch im schlimmsten Fall steht ein Teil der einheimischen Tomatenproduktion auf dem Spiel.… mehr

Verschollene Wurzelgemüse sollen zurückkehren

Viele einst in der Schweiz kultivierte Wurzelgemüse sind im Zuge der Mechanisierung in Vergessenheit geraten. Saatgut-Experte Robert Zollinger ist aber überzeugt, dass Haferwurzeln, Rapunzel oder Butzenklette viele spannende Aromen, Farben und Formen bereithalten, die es wiederzuentdecken gilt.

Christina Kägi vom Bundesamt für Landwirtschaft und Robert Zollinger von Hortiplus wollen Traditionswurzeln zurück in die Gärten und Küchen bringen. 

Viele kennen die gewöhnliche Nachtkerze von Bahnfahrten, weil die Pflanze mit den grossen gelben Blüten gerne im Schotter entlang der Gleise wächst.… mehr

Die Bohnenfliege wird unberechenbarer

Nachdem Rückzug von Chlorpyrifos darf kein gebeiztes Bohnen-Saatgut mehr eingesetzt werden. Deshalb wird die Bohnenfliege nun zum Problem. Die Suche nach wirksamen Alternativen verliefen bisher erfolglos. Die Anbaurisiken steigen deshalb. 

David Eppenberger

Zu so schönen Bohnen kommt es, wenn sie am Anfang nicht von der Bohnenfliege heimgesucht wird.

Seit diesem Frühling ist es endgültig: Die bewährte Beizung von Bohnensaatgut mit dem Insektizid Chlorpyrifos ist nicht mehr zugelassen. Die Vorräte waren grösstenteils bereits letztes Jahr aufgebraucht, weshalb viele Bohnenanbauer bereits in der letzten Anbausaison ungebeiztes Saatgut verwenden mussten.… mehr

Drohnen gegen Littering im Spinat

Die belgische Firma Ardo ist der grösste Tiefkühlgemüse-Verarbeiter in Europa. Die Flächen befinden sich in verschiedenen Anbauregionen in Europa. Das Unternehmen verfolgt eine konsequente Nachhaltigkeits-Strategie. 

David Eppenberger

Schwimmende Solarpannels auf Bewässerungsteich (Bildquelle: Ardo)

Kein Land in Europa stellt mehr Tiefkühlgemüse her wie Belgien. Von den in Europa produzierten rund 4,1 Mio. Tonnen wird rund ein Viertel im Benelux-Staat verarbeitet, der flächenmässig kleiner als die Schweiz ist. Die Firma Ardo mit Hauptsitz in Ardooie ist Marktleader und die Nummer Eins unter den Tiefkühlgemüse-Verarbeitern Europas.… mehr

In «Hugo» steckt 100 Prozent Schweiz

Dank dem Engagement der Firma Hugo Reitzel SA stiegen die Anbauflächen von Schweizer Essiggurken wieder deutlich. Sie sind aber nur ein Teil einer Produktereihe, zu der auch Ketchup und seit diesem Jahr Silberzwiebeln «Made in Switzerland» gehören. 

Olivier Camille – hier im firmeneigenen Shop von Hugo Reitzel SA in Aigle –, setzt auf die Schweizer Herkunft.

David Eppenberger

Die grossen Gläser mit den Schweizer Essiggurken sind schwer, ungewohnt sperrig und dazu noch deutlich teurer als die «normalen» Cornichons.… mehr

Sauerkraut: Mit Importen Lücke füllen

Die Nachfrage nach Sauerkraut ist dank Corona deutlich gestiegen. Das Weisskabis-Angebot ist wetterbedingt aber kleiner als sonst. Obwohl der Anbau von Weisskohl anspruchsvoller werden dürfte, ist nicht mit höheren Abnahmepreisen zu rechnen.

David Eppenberger

Sauerkraut-Fabrikant David Dreyer schaut auf eine aufregende Corona-Zeit zurück

Es ist schon etwas ungerecht. Da boomt ein Produkt unverhofft, das zuvor jahrelang als unmodern und verstaubt gebrandmarkt wurde, und dann fehlt plötzlich der Ausgangs-Rohstoff. Es tut einem Sauerkrauthersteller wie David Dreyer von der Dreyer AG in Gerolfingen im Herzen weh, wenn er den Suisse Garantie Kleber auf der Verpackung überkleben muss.… mehr

Gemüsebaubetrieb real erleben

Eine Gruppe von Raumplanungsexperten und -expertinnen verschafften sich vor Ort
einen E
inblick in die gemüsebaulichen Abläufe und die bestehenden Bedürfnisse. Die
anschliessende Diskussion zeigte, wie unterschiedlich die Meinungen sind. 

David Eppenberger

Roman Käser führte die Gruppe durch die Verarbeitungsräume.

Die Raumplanung und die Gemüseproduktion sind alles andere als beste Freunde. Die Gemüsegärtnerinnen und -gärtner sehen sich durch den aktuellen rechtlichen Rahmen in ihren Entwicklungsmöglichkeiten stark eingeschränkt. Wer neue Verarbeitungsräume, Unterkünfte für Mitarbeitenden oder der Bau eines neuen Gewächshauses plant, braucht oft einen langen Atem.… mehr