Den Jätroboter praxistauglich machen

Die Firma JätRobi UG will einen einen Jätroboter für Karotten entwickeln. Sie arbeitet dabei mit spezialisierten Firmen und Universitäten in Deutschland zusammen. In einem Förderverein können sich interessierte Gemüsegärtner beteiligen.

Martin Lichtenhahn, Markus Bucher und Fritz Burkhalter arbeiten an einem Jätroboter für die Schweiz.

Gemüsegärtner kennen den Unterschied zwischen einem jungen Karotten- und einem Kamillenpflänzchen. Doch kann sie auch ein Roboter auseinanderhalten? Markus Bucher ist überzeugt, dass dies möglich ist. Er kann es nicht verstehen, dass er seine Biokarotten zwischen den ausgesäten Pflanzen im digitalen Zeitalter immer noch von Hand jäten muss. Bestärkt wurde er von einer zufälligen Begegnung mit einem Sensortechniker aus der Region, der während der Knoblauchernte zu ihm aufs Feld kam. In der Diskussion machte dieser ihm klar, dass die Technologie für eine Automatisierung längstens vorhanden sei. Tatsächlich laufen weltweit Versuche mit Jätrobotern, doch kaum einer ist bis jetzt ernsthaft über das Prototyp-Stadium hinausgekommen. Trotzdem: Viel Wissen ist bereits vorhanden und die Sensoren werden immer besser. «Eigentlich geht es nur noch darum, vorhandenes Wissen zusammenzubringen und für die Produktion praxistauglich zu machen», erklärt Bucher. Seine Vision: Die Gemüseproduktion nimmt das Ganze in ihre eigenen Hände und treibt die Entwicklung eines Jätroboters voran. 

Potente Projektpartner

Mit dem langjährigen Biogemüsebauberater Martin Lichtenhahn sowie dem Unternehmer Fritz Burkhalter von BNPO Schweiz fand er Verbündete, die seine Vision teilten. Vor einem Jahr wurde zu diesem Zweck in Deutschland die JätRobi UG gegründet. In der Schweiz fanden sie keine passenden Partner, zudem gibt es vor allem in Ostdeutschland mehr Förderbeiträge für zukunftsträchtige Projekte. Mit dem Leibnitz-Institut für Agrartechnik und Bioökonomie in Potsdam (ATB), der Technischen Universität Berlin (TUB) und der Technischen Universität Dresden (TU DD) konnten sie drei potente Projektpartner ins Boot holen. Für den praktischen Teil und die technische Umsetzung sind eine Technischen Werkstätte sowie ein Unkrautrobotik-Startup beim Projekt «JätRobi» dabei.  

Von Bioszene initiiert

«JätRobi» konzentriert sich in einer ersten Phase auf die Entwicklung eines Roboters zur Vernichtung von Unkraut in der Reihe im biologischen Karottenanbau. «Natürlich ist die Technologie auch für konventionelle Betriebe interessant», sagt Martin Lichtenhahn. Trotzdem betont er, dass das Projekt von der Bioszene initiiert wurde. In einer von der ATB durchgeführten Machbarkeitsstudie wurden aktuelle Systeme verglichen. Die Studienverfasser erkannten vor allem im Bonirob grosses Potenzial, einem System, das von 2013 bis 2018 an der Fachhochschule Westküste entwickelt wurde und danach in die Naiture GmbH überführt wurde. Diese führte im letzten Jahr bereits Praxistests in Karotten durch. «Mit dieser Firma als potentiellem Projektpartner sind wir eigentlich schon recht nah an einer praxistauglichen Lösung», sagt Martin Lichtenhahn. Doch man sei im Rahmen von «JätRobi» absolut offen und arbeite ergebnisorientiert. Ob das Gerät autonom oder an einem Parallelogramm aufgehängt durch die Reihen fährt ist offen, ebenso die Methode der Unkrautvernichtung. Klar ist einzig, dass diese nicht chemisch erfolgen soll. Möglichkeiten seien unter anderen mechanisch, mit Dampf, heissem Wasser oder Laser. 

Mit Förderverein Entwicklung forcieren

Die Ziele sind ambitioniert: «In fünf Jahren soll das Gerät verfügbar sein», sagt Markus Bucher. Um das Ganze zu forcieren, wurde der Förderverein JätRobi gegründet. Dabei können Gemüsegärtner und andere an neuen Technologien interessierte Kreise einen aktiven Beitrag dazu leisten, dass «JätRobi» möglichst bald durch Schweizer Karottendämme fährt. Der Mitgliederbeitrag beläuft sich auf 2000 Franken pro Jahr auch Gönnerbeiträge sind willkommen. «Vereinsmitglieder werden laufend über den Projektstand informiert und eine Art Vorkaufsrecht oder einen Rabatt erhalten», sagt Martin Lichtenhahn.

Interessenten für den Förderverein JätRobi wenden sich an: Förderverein JätRobi, Agreno Treuhand AG, Grubenstrasse 11, CH-3322 Schönbühl-Urtenen, Fon +41 34 411 70 50

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