Der ARA 620 UHP von ecorobotix sprüht neu mit einer Genauigkeit von 6 x 6 cm. Er ermöglicht so den Einsatz von nicht selektiven Herbiziden in Gemüsekulturen wie Zwiebeln oder Karotten. Algorithmen für weitere Gemüsekulturen kommen laufend dazu.

Äusserlich sieht der neuste Typ der smarten Feldspritze ARA 620 UHP von Ecorobotix ähnlich aus wie das Vorgängermodell. 620 steht für die leicht verlängerte Arbeitsbreite von 6,20 Metern. UHP für Ultra-Hochpräzision und weist darauf hin, dass sich im Innern einiges geändert hat. Vor allem ist da die vom Unternehmen als Plant-by-Plant Technologie bezeichnete, auf künstlicher Intelligenz (KI) basierende Software, die Pflanzen und Unkräuter noch schneller erkennen soll. Doch dazu später.
In der Ecorobotix-Werkstatt in Mathod (VD) stehen zufälligerweise zwei Generationen von Geräten nebeneinander. Bernhard Läubli vom Kompetenzzentrum Precision-Center der Bucher Landtechnik vertreibt die Ecorobotix-Geräte in der Schweiz und erklärt die sichtbaren Unterschiede vor Ort. Die ARA 620 sei einfacher konstruiert, mit weniger Elektronik im Vergleich zu früher, aber mit mehr bewährter Spritztechnologie ausgestattet. Die Kamera komme neu aus einem Guss daher und sei nun geschlossen. «Die neue Generation ist weniger störungsanfällig», erklärt Bernhard Läubli. Das Fronttank-System wurde mit einer 15-Liter-Einspülschleuse für mehr Anwenderfreundlichkeit ergänzt. Für den Einsatz in Dammkulturen kann das Gerät in der Höhe jetzt noch besser angepasst werden.

Nach den Blacken nun das Gemüse
Die technischen Komponenten mit den intelligenten Kameras sind das eine. Die von Ecorobotix entwickelte Plant-by-Plant KI-Software sorgt dafür, dass diese im Feld richtig zusammen funktioniert: Sie steuert die Düsen mithilfe der gescannten Bilder in Sekundenbruchteilen so, dass sie am richtigen Ort sprühen. Das heisst: mit Herbizid auf das Unkraut oder umgekehrt mit Insektiziden oder Fungiziden auf die Kultur. In der Schweiz interessiere vorwiegend die Unkrautbehandlung, erklärt Bernhard Läubli. Bei den Blacken auf den Wiesen funktioniere diese bereits seit fünf Jahren einwandfrei. Doch dieser Markt sei in der Schweiz abgedeckt, jetzt gehe es um die anspruchsvollere Anwendung in Spezialkulturen wie Gemüse. Fünf Geräte der älteren Generation stehen auf Schweizer Gemüsefeldern bereits im Einsatz. Hier hat Läubli eine gute Nachricht: «Die neue Software läuft auch auf den älteren Modellen.»

Höhere Erträge
Die ARA 620 UHP ermögliche eine noch zielgerichtetere Einzelpflanzenbehandlung auf einer Fläche von jetzt 6 x 6 cm, erklärt Sascha Jutzeler von ecorobotix. Die Ernten fielen so höher aus, weil die Kulturen vom Pflanzenschutzmittel weitgehend verschont blieben. «Je nach Risikobereitschaft des Anbauverantwortlichen ist auch eine Behandlung mit nicht selektiven Herbiziden wie Glyphosat möglich.» In Zeiten, in denen immer mehr selektive Pflanzenschutzmittel ihre Zulassung verlieren, sei das eine grosse Chance, findet er.
Weshalb soll sich ein Schweizer Gemüsebaubetrieb neben der trotzdem immer noch für die Vorauflaufbehandlung nötigen herkömmlichen Feldspritze eine ARA 620 UHP anschaffen? Und das für einen Katalogpreis ab 174 000 Franken und mit einer Jahresgebühr von 7200 Franken? «Wenn ein Gemüsegärtner den richtigen Zeitpunkt für die Behandlung erwischt, spart er viele Handjätstunden ein», sagt Bernhard Läubli. Andere Gründe seien die Entschärfung der Rückstandsproblematik im geernteten Gemüse sowie der Wegfall von selektiven Wirkstoffen. Durch die deutlich reduzierte Menge an Pflanzenschutzmitteln sinken zudem die Kosten. Und natürlich hilft das Gerät bei der Einhaltung von Umweltvorschriften. Zudem erweitere die Firma die Anzahl der verfügbaren Pflanzenerkennungs-Algorithmen neben den in der Praxis bereits etablierten für Zwiebeln, Karotten, Spinat oder Chicorée laufend zu. In diesem Jahr kommen etwa Weiss- und Rotkohl dazu.

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