Jetzt kommt der jätende Roboter

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Ein westschweizer Start-Up bringt im nächsten Jahr einen Jätroboter auf den Markt. Sein Einsatz bietet sich auch in Gemüsekulturen an.

Auf dem Acker bahnt sich ein nächster Technologiesprung an: Bereits in naher Zukunft könnten dort Roboter Unkraut jäten, Dünger streuen oder Salate ernten. Die Firma ecoRobotix aus Yverdon-les-Bains bringt voraussichtlich Ende nächstes Jahr ihren ersten völlig autonom arbeitenden Jätroboter auf den Markt. Steve Tanner und Aurélien Demaurex gründeten ihr Start-Up vor vier Jahren. Den Prototypen des Roboters baute der ETH-Ingenieur Steve Tanner in der Scheune seines Vaters im kleinen Dorf Essert-Pittet, der bis zu seiner Pensionierung Bauer war. Aus seiner Kindheit weiss Tanner deshalb gut, um was es bei der Unkrautbehandlung geht.

Greifarm mit Spritzdüse

Der Jätroboter von ecoRobotix wiegt nur 100 Kilogramm und läuft mit dem Strom von zwei Solarzellen. Das Gerät ist 2,1 Meter breit und 1,7 Meter lang und rollt per GPS mit einer Geschwindigkeit von 0,4 Metern pro Sekunde durch die Reihen. Das Kernstück des Gerätes ist der Greifarm des Roboters: Eine Kamera erkennt die Farbe und die Form des Unkrautes, worauf der Arm dieses gezielt mit einem Herbizid besprüht. «Durch den effizienten Herbizideinsatz braucht es zwanzig Mal weniger Spritzmittel als sonst», sagt Steve Tanner. Angestrebt werde eine Präzision von 1 cm. Für den biologischen Landbau ist der Greifarm anstatt mit einer Spritzdüse mit einer kleinen Fräse ausgerüstet, die das Unkraut gezielt zerstört. Der Ingenieur geht davon aus, dass das Gerät die Hälfte der Jätarbeiten übernehmen kann. Ganz ohne menschliche Mithilfe geht es trotz allem nicht: Der Acker muss wie üblich vor der Aussaat beispielsweise mit einer Striegelegge gut vorbereitet werden, denn bei zu hohen Unkrautbefall ist der Roboter überfordert und funktioniert nur eingeschränkt. Und natürlich braucht es gutes Wetter, damit die Solarzellen funktionieren, was aber sowieso im Sinn der guten Agrarpraxis ist.

Viel Potenzial im Gemüsebau

robotix2Bisher wurde das Gerät vor allem in Zuckerrüben getestet. Tanner sieht aber auch grosse Chancen für den Einsatz des Roboters in Gemüsekulturen. Mit dem voraussichtlichen Preis von 15 000 Franken pro Gerät wird der eine oder andere Gemüseproduzent sicher den Versuch wagen. «Das Gerät ist schnell amortisiert», sagt Tanner. In den nächsten Monaten werden er und sein Team das Gerät zur endgültigen Marktreife weiterentwickeln. In diesem Sommer zügelte die Firma nach Yverdon-les-Bains. Neben den beiden Firmengründern arbeiten dort noch ein Softwareentwickler und ein Marketingfachmann. Von dort aus peilen sie vor allem auch Märkte ausserhalb der Schweiz an. Tanner sieht ein enormes Potenzial: «Weltweit werden künftig in allen möglichen Kulturen über eine Million Roboter auf den Äckern arbeiten.»

www.ecorobotix.com

Zum Video

ecoRobotix weeding robot en from ecoRobotix on Vimeo.

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