Kohlenstoff im Boden halten ist anspruchsvoll

Welchen Klimaeffekt haben CO2-Zertifikate aus humusbildenden Massnahmen im Boden?

Markus Steffens*: Wir werden mit den CO2-Zertifikaten alleine aus den Böden das Klima nicht retten können. Zudem kann man nicht unendlich viel Kohlenstoff auf unbegrenzte Zeit in den Böden speichern. Man wird in den intensiv genutzten Ackerböden nie so hohe Anteile an organischem Material wie im Wald oder auf Dauergrünland erreichen. Trotzdem ist ein hoher Humusgehalt natürlich grundsätzlich gut für landwirtschaftliche Böden.

Wie zuverlässig kann der Humusgehalt bestimmt werden?

Markus Steffens: Die Laboranalytik ist mittlerweile sehr genau. Und die Methoden werden immer besser. Das Problem ist mehr die Heterogenität der Böden, die eine Aussage auf die ganze Fläche erschwert. Letztlich ist es die Probenanzahl, die über die Genauigkeit entscheidet und das ist natürlich direkt mit Kosten verbunden. Wichtig wäre zudem die Bestimmung der Lagerungsdichte und damit des tatsächlichen Kohlenstoffvorrates im Boden. Diese wird aus Kostengründen bis jetzt aber kaum gemessen.

Um zu wirken, müssen CO2-Zertifikate die «Zusätzlichkeit» nachweisen. Das heisst: die Klimaschutz-Massnahme wurde ergriffen, weil Geld dafür bezahlt wurde. Ist das bei Humusprojekten erfüllt?

Markus Steffens: Wir bewegen uns hier wohl tatsächlich in einem Graubereich. Viele Landwirte arbeiten auch ohne Zertifikate an der Steigerung der Fruchtbarkeit ihrer Böden. Am besten wäre die Zusätzlichkeit wohl mit dem Ausbringen von Pflanzenkohle erfüllt, welche viel Kohlenstoff in den Boden bringt und auch dort hält. Das Baselbieter Projekt liefert uns mittelfristig viele wertvolle Daten, die uns zeigen werden, welche Massnahmen sich zur CO2-Speicherung besonders bewähren.

* Leiter Gruppe Bodenfruchtbarkeit & Klima am FiBL

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