Mit 100 km/h in den Container

Gemüseproduzent Sepp Egger suchte eine Lösung, um die grossen Mengen von Rüstabfällen schnell und unkompliziert von der Halle in den Grüncontainer zu transportieren. Er hat sich für ein automatisches Saugsystem entschieden.

Das Förderband mit den Eisberg-Rüstabfällen setzt sich einmal in der Minute für ein paar Sekunden in Bewegung. Am Ende verschwindet die Ware in einem Loch und saust mit bis zu 100 km/h durch ein Rohrsystem aus der Halle heraus zum Container mit den Grünabfällen. Die stark wirkenden Kräfte zerkleinern das Grüngut auf der bis zu 100 Meter langen Reise durch die Rohre bis es stark zerkleinert herauskommt. «Selbst ein ganzer Knollensellerie kommt dort nur noch kleinverstückelt heraus», sagt Bruno Villiger. Er und seine Söhne haben die Anlage in der neuen Verarbeitungshalle der Egger Gemüsebau in Bürglen TG konstruiert und aufgebaut. «Dank der Anlage kann ich zwei Arbeitskräfte einsparen», sagt Gemüsegärtner Sepp Egger. Rund 90 Tonnen Rüstabfälle fallen bei ihm während der Saison pro Woche an, die sonst mühsam von Hand und mit Staplern herumgekarrt werden müssten. Das Entsorgungsmanagement musste Egger leicht anpassen. Denn nun passt zwar mehr vom verdichteten Material in den Container, dieser ist nun aber deutlich schwerer als vorher.   

Flexibles System

Das modulare Absaugsystem passt gut zu dynamischen Gemüsebetrieben, die sich in steter Veränderung und Entwicklung befinden. Die Alternative wäre eine fix im Boden eingelassene Förderschnecke gewesen. Dann wären die Arbeitsplätze aber fix vergeben gewesen und hätten den Betrieb in seiner Flexibilität eingeschränkt, sagt Egger. Beim Absaugsystem von Villiger Technik GmbH sind die Rohre in einer Teleskoptechnik auf Chromstahlträgern in über vier Metern Höhe montiert, die sich gut auf neue Bedürfnisse anpassen und erweitern lassen. In Bürglen sind zurzeit sechs Rüst-Tische ans Rohrsystem angeschlossen, an denen jeweils etwa zehn Mitarbeitende das Gemüse rüsten. Die Firma aus Niederrohrdorf AG verbaute in Bürglen bisher rund 200 Meter Rohre in verschiedenen Strängen. Die Abläufe und die Saug-Frequenzen an den einzelnen Rüst-Tischen lassen sich im Steuerungskasten per Touchscreen programmieren und aufeinander abstimmen.

Bruno Villiger (rechts) installierte bei Gemüsegärtner Sepp Egger eine Absauganlage für Rüstabfälle.

Anfang Jahr wurde die Anlage installiert. Dabei handelt es sich um einen Prototyp. Allerdings verfügt Villiger schon über langjährige Erfahrungen mit Sauganlagen für Pferdeställe. Die Grundtechnik war also bekannt. «Trotzdem musste die Anlage für die Bedürfnisse von Gemüserüstabfällen von Grund auf neu geplant werden», erklärt Villiger. Jetzt seien nur noch kleinere Anpassungen und Optimierungen nötig. Die Absaugung funktioniere schon gut, sagt Gemüsegärtner Egger. Er verwendet sie vor allem beim Rüsten von Kabis, Sellerie, Salaten und Blumenkohl. Die Anlage in dieser Grösse kostet rund 250 000 Franken, lässt sich aber auf jede Betriebsgrösse anpassen.

Villiger plant bereits die Entwicklung eines neuen Moduls: «Wir machen uns zurzeit Gedanken, wie man die Zwiebelschalen effizient absaugen könnte.»

www.villigertechnik.ch

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