Mit Hunden und Katzen sprechen, um sie zu verstehen (Luzerner Woche, 16. August 2006)

Es gibt Tiere, die gegenüber Menschen scheu sind, und niemand weiss warum. Die Tiertherapeutin Doris Lötscher aus Knutwil LU greift zu unüblichen Methoden, um solchen Tieren zu helfen. Und sie hat offenbar Erfolg damit.

Genau wie die Menschen geraten auch Tiere in ihrem Leben gelegentlich aus dem Tritt: Der Kater uriniert plötzlich auf das Sofa oder der Hund verweigert von einem Tag auf den anderen die Nahrung. Die Ursachforschung von solchen Verhalten stellt sich als schwierig heraus, weil die Tiere uns Menschen nicht antworten können. Das sollte man zumindest meinen. Denn Doris Lötscher (41) aus Knutwil LU beweist das Gegenteil. In ihrer Tätigkeit als Tiertherapeutin nimmt sie oft Kontakt mit Tieren auf. Sie spricht von telepathischer Tier-Kommunikation. Dabei gehe es um das Wahrnehmen von Dingen, die nicht sichtbar seien, erklärt Doris Lötscher. “Das ist in erster Linie eine Sache des Trainings, denn grundsätzlich ist jeder Mensch fähig, seine Fühler in diese Richtung auszustrecken” erwidert sie die fragenden Blicke des Reporters. „Ich versuche herauszufinden, was dem Tier fehlt und wo seine Bedürfnisse liegen“, erklärt Doris Lötscher. In der Praxis äussert sich das beispielsweise so, dass Doris Lötscher während der Kommunikation mit einer verstörten Katze bei sich Kindergeschrei hört. Womit ein möglicher Grund des Problems gefunden wäre. Doch die Tier-Kommunikation ist nur der kleinere Teil der Arbeit von Doris Lötscher. Denn danach geht es um die Suche nach Lösungen, beispielsweise ein Verhaltenstraining. Wichtig sei dabei das Gespräch mit dem Halter über das weitere Vorgehen. „Eine gute Zusammenarbeit mit dem Halter ist letztlich entscheidend für den Erfolg“, sagt Doris Lötscher.

Falsche Platzierung von Kastenkistchen

Bevor Doris Lötscher ihre Fühler ausstreckt, geht die Tierspezialistin in der Regel viel handfester ans Werk. Bei unsauberen Katzen genüge oft ein Blick vor Ort um der Ursache auf den Grund zu kommen. “Beispielsweise die neue Katze des Nachbarn oder die falsche Platzierung das Katzenkistchens”, sagt Doris Lötscher. Die Hauptkundschaft in der Praxis in Knutwil sind Hunde, die beispielsweise scheue Verhaltensformen zeigen. Nach der Aufnahme der Vorgeschichte stellt sie bei den Hunden zuerst eine Arbeitshypothese auf. Dann legt sie die Vorgehensweise der Behandlung fest. Zum Einsatz kommt dann ein Verhaltenstraining oder auch die “Tellington-TTouch-Every-Animal-Method” – kurz TTEAM – eine besondere Behandlungsmethode aus den USA. “Die Methode besteht aus sorgfältig ausgeführten, sanften Berührungen des Körpers zur Aktivierung der Lebenskraft und Körperzellen“, erklärt die lizenzierte TTEAM-Practitionerin.

Leute empfänglicher für Neues

Die Kundschaft stammt vor allem aus der Umgebung Sursee. Viele Leute kämen mit den Haustieren zu ihr, wenn die Schulmedizin nicht mehr weiterkomme, sagt Doris Lötscher. Zaubern kann auch sie nicht, doch immer wieder stellen sich Erfolge ein.
„Wenn ein Tier dank der Kommunikation beim Tierarzt landet, und dieser ihm dann helfen kann, dann bin ich zufrieden mit meiner Arbeit“, sagt sie. Erst kürzlich schickte sie nach einem „Gespräch“ einen Hund zum Arzt. Dieser stellte einen Schilddrüsenkrebs fest, der behandelt werden konnte. In manchen Fällen helfen alternative Heilmethoden wie die Akupunktur weiter. Erfahrungen damit hat sie genug. Doris Lötscher arbeitet nämlich in Sursee noch – ein weiteres berufliches Standbein – in der eigenen Akupunktur-Praxis für Menschen.
Sie stellt bei vielen Menschen heute eine grössere Bereitschaft fest, bei Problemen nach anderen Lösungswegen zu suchen. “Damit liege ich mit meinen Methoden offenbar im Trend”, schmunzelt Doris Lötscher. Das erlaubt ihr seit einem halben Jahr, den Beruf der Tiertherapeutin professionell zu betreiben.

www.dorisloetscher.ch

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