Unterhalt von Solarmodulen lohnt sich

Staub oder Dreck auf der Solaranlage schmälern die Leistung beträchtlich. Die Kosten für eine regelmässige Reinigung zahlen sich deshalb schnell aus. Besonders anfällig sind gerahmte Module mit tiefer Neigung. 

Professionelle Reinigungs-firmen arbeiten mit Robotern. 

Einmal montiert, gelten Photovoltaik­anlagen landläufig als unterhaltsarm. Mit dem Regen oder wie in diesem Winter mit dem Schnee erledigt sich die Reinigung schliesslich wie von selbst. Und sobald die Sonne scheint, fliesst der Strom ja unmittelbar. Und das jahrelang. Doch der Schein trügt: Je nach Standort können die Module so stark verschmutzt sein, dass die Leistung um bis zu 30 Prozent zurückgeht. Beispielsweise wenn viel Staub in der Umgebung herumfliegt, Ammoniak aus dem Stall entweicht oder das Gebäude an einer stark befahrenen Strasse oder Eisenbahnlinie liegt. «Es beginnt vermeintlich harmlos mit einer dünnen Schmutzschicht, gegen die der Regen plötzlich nicht mehr ankommt und mit den Jahren immer dicker wird», erklärt Alex Singer von der Firma Strahlkraft AG. In solchen Fällen schickt er den Reinigungsroboter bis zu drei Mal über die Modullandschaft, bis diese wieder sauber ist. Besonders anfällig auf Verschmutzungen sind gerahmte Module mit tiefer Neigung. Obwohl geschuppte Modultypen ohne Rahmen deutlich weniger schmutzanfällig sind, können beispielsweise Vogeldrecke auch hier zum Problem werden. Verschmutzte Stellen wirken wie ein Widerstand, die Zellen werden heiss und das Modul nimmt Schaden. Und das hat Folgen für die Leistung der ganzen Modulreihe: Bei defekten Bestandteilen wird insgesamt weniger Strom produziert.

Reinigungskosten schnell amortisiert

In grossen Photovoltaikanlagen, wie bei Gemüsebaubetrieben üblich, lohne sich eine regelmässige Reinigung schnell einmal, sagt Alex Singer. Ganz besonders bei hohem Eigenverbrauchsanteil. Bei einer Anlage mit beispielsweise 3800 m2 Modulfläche und einer Leistung von jährlich 630 000 kWh würde nur schon ein fünfprozentiger Leistungsverlust finanzielle Einbussen von jährlich über 6000 Franken bedeuten, wenn man von einem Stromeinkaufspreis von 20 Rappen pro Kilowattstunde ausgeht. Bei einem dreijährigen Reinigungsrhythmus wären die Kosten für den Reinigungsroboter von Strahlkraft AG damit schnell amortisiert. Geschweige denn, bei noch höheren Leistungsverlusten, wie sie Alex Singer auch immer wieder antrifft. 

Regelmässige Wartung extern vergeben

Um den Leistungsverlust frühzeitig zu erkennen, ist unter anderem der regelmässige Blick auf die Leistungstabellen seiner Photovoltaikanlage nötig. «Ertragsvergleiche mit jeweils wettermässig ähnlichen Sommermonaten oder -tagen des Vorjahres liefern hier bereits Hinweise, dass eventuell etwas nicht stimmen könnte», erklärt der Fachmann. Wenn man erst über eine Fehlermeldung aufmerksam wird, hat man wohl bereits zu viel Zeit und Geld verloren. Übrigens sollte man dann nicht selbständig zum Kärcher greifen, denn die Module reagieren empfindlich auf Kalk und andere Mineralien im Wasser. Auch deshalb – und weil auf den Betrieben oft die Zeit fehlt für die Pflege der Photovoltaik-Anlage –, ist die regelmässige Wartung durch eine spezialisierte, externe Firma empfehlenswert. 

Stark verschmutzte Module nehmen schneller Schaden als man denkt.

Wärmebildkamera erkennt Schäden

Die Betreuungs-Anforderungen sind je nach Lage sehr unterschiedlich: «Es gibt Anlagen, bei denen auch nach zehn Jahren keine Reinigung nötig ist», erklärt Alex Singer. Er selbst sieht aber jeweils schnell, wenn es sich lohnen würde. Auf Flachdächern können zudem zwischen den Modulen spriessende Pflanzen zum Problem werden, weil sie für punktuelle Verschattungen sorgen, die auf dem Modul ähnlich wie ein Vogeldreck wirken. Neben dem Reinigungsroboter hat Alex Singer immer auch seine Drohne mit der Wärmebildkamera dabei. Diese erkennt sofort, wenn Module kaputt sind. 

Alex Singer ist überzeugt, dass gut betreute Photovoltaikanlagen länger Strom produzieren. Man geht davon aus, dass solche Solaranlagen über 40 Jahre laufen, also deutlich mehr als die von den Firmen angegebene durchschnittliche Modul-Lebensdauer von 25 Jahren. 

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