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Gemüse-Spritzroboter aus Norwegen: Punktgenau spritzen auf 6 x 6 mm

Der Kilter AX1 behandelt das Unkraut dank spezieller Technologie ultrapräzis mit Pflanzenschutzmitteln. Die Firma aus Norwegen entwickelte das Gerät speziell für den Einsatz in Freilandgemüse. Ein deutscher Gemüsegärtner bestätigt die Praxistauglichkeit. 

Norwegen ist bei uns nicht bekannt als typisches Gemüseanbau-Land. Trotz klimatischer Nachteile kommt dort aber ein Viertel des Inlandbedarfs von eigenen Feldern. Im Freiland sind das vornehmlich Wurzel– und Knollengemüse. Auf einigen Betrieben ist der in Norwegen konstruierte, autonome Spritzroboter Kilter AX-1 unterwegs. Er nutzt eine spezielle Einzeltröpfchen-Technologie (Single Drop Technology):  42 Düsen pro Modul geben Pflanzenschutzmittel mit einer Genauigkeit von 6 auf 6 mm punktgenau auf das Unkraut ab, welches eine intelligente Kamera zuvor als solches identifizierte. Diese Präzision mache das weniger als 300 Kilogramm schwere Gerät so einzigartig für die Gemüse-Branche, erklärt Francesco Pizzi vom Unternehmen Kilter mit Sitz im norwegischen Viken. Der Einsatz von nichtselektiven Herbiziden sei deshalb kein Problem.

Auf Gemüse spezialisiert

Die Liste der von der Firma für den Einsatz des Kilter AX1 «freigegebenen» Gemüse ist bereits ziemlich lang. Der Roboter fährt mithilfe von GPS während Tag und Nacht vollkommen autonom durch die Felder, angetrieben mit Strom vom mit Benzin betriebenen Generator. Die Firma verkaufte bisher 30 Kilter AX1, vorwiegend in Norwegen, Schweden, Deutschland, Holland und Australien. Seit Anfang des Jahres besteht eine Zusammenarbeit mit Kubota, deren Vertriebskanäle nun die Verkäufe zuerst einmal in Holland und Deutschland ankurbeln sollen. «Schon in diesem Jahr liefern wir weitere 30 Geräte aus», sagt Francesco Pizzi im Gespräch. Die Serienfertigung in den Fabrikhallen in Norwegen laufe auf Hochtouren. 

Die Schweiz muss noch warten

Die Nachfrage sei auch aus anderen Ländern gross, sagt Francesco Pizzi. Doch zurzeit reichten die Produktionskapazitäten noch nicht aus, um diese vollständig zu decken. Bis in zwei Jahren soll sich das aber ändern. Und dann wird auch die Schweiz zum Thema. Bereits heute riefen ihn regelmässig interessierte Gemüsegärtner von hier an. Doch welche Erfahrungen machen die Praktizierenden auf dem Feld? Gemüsegärtner Tjark Uhrbach aus Norddeutschland setzt den Kilter bereits seit drei Jahren in seinen Kulturen ein. Dass Robotik auf dem Feld nichts für Ungeduldige ist, hätte er zwar auch spüren müssen. Doch grundsätzlich sei er zufrieden mit der Leistung der Geräte und will auch in Zukunft weiterhin auf diese setzen, sagte er auf Anfrage. 


www.kiltersystems.com

Kilter AX1
•  Spurweite: zwischen 1.55 und 2 m
•  Arbeitsbreite: mit der 5-Modul-Version 1,31 m oder 1,57 m mit der 6-Modul-Version
•  Arbeitsleistung: Bis zu 7 Hektar pro Tag
•  Technologie: Ultrapräzise Single Drop Technology
•  Gewicht: ca. 300 kg ohne Spritzmittel
•  Antrieb: Mit Strom aus mit Benzin betriebenem Generator, GPS-Technologie
•  Kulturen: Randen, Karotten, Sellerie, Nüsslisalat, Zwiebeln, Pastinaken, Rukkola, Steckrüben, Eisberg, Glatte und gekrauste Petersilie. (Weitere Gemüsesorten sind in Bearbeitung.)
•  Kosten: 130‘000 Euro plus 6000 Euro Lizenzgebühr pro Gerät und Jahr (inkl. Service)
• Vermarktung in der Schweiz: voraussichtlich 2027

Veröffentlicht in Blog

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