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Ohne Sorgen bewässern

Die Aufrüstung von Beregnungsmaschinen mit dem «Rain-dancer» bringt klare Verhältnisse beim Wasserverbrauch und sorgt vor allem für mehr Schlaf. 

Raphael Müller vom Huserhof in Wohlen AG brachte der Raindancer eine deutliche Arbeitsentlastung.

Die Hauptverkehrsachse im aargauischen Freiamt führt gleich neben Raphael Müllers Feldern in Wohlen vorbei. Würde hier ein Autofahrer in der Nacht von einem Wasserstrahl überrascht, könnte das für ihn schlimm enden. Auch deshalb ist die Bewässerung auf dem Hu-serhof Chefsache. Für Müller hiess das bis letztes Jahr: unruhiger Schlaf mit mehreren Kontrollgängen und Umstellen der Bewässerung auf den Zwiebel- und Kartoffel-feldern in den Nachtstunden. Seit diesem Jahr piept sein Telefon auf dem Nachttisch, wenn Jugendliche in lauen Sommernächten wieder einmal einen Hydranten abgedreht haben. Zudem reicht ein Blick auf das Handydisplay, um zu sehen, wie weit die Beregnung gerade ist und ob das Wasser am richtigen Ort landet. Möglich macht dies die Nachrüstung seines Bauer Trommelregners mit der Software «Rain-dancer» von der Firma IT-Direkt GmbH aus Berlin. Damit lässt sich die Beregnung von der Ferne steuern und überwachen. Müller atmet tief durch: «Dank ihr muss ich nun nicht mehr mitten in der Nacht aufstehen.» Er habe so Stress abbauen können. Der soziale Aspekt war für ihn der Hauptgrund für die Investition. Doch der «Raindancer» bietet noch deutlich mehr Vorteile.  

Nachträgliche Montage 

Das handliche und stabile GPS-Modul mit einem Rechner sowie integrierter SIM-Karte und dem Solarpanel für die Stromversorgung wird direkt auf dem Regnerwagen montiert. Dazu kommt der Wasserdrucksensor am Rohr vor der Kanone zur Messung der Durchflussmenge. Mit dieser berechnet die Software zusammen mit den eingetragenen Düsenparametern und der Arbeitsbreite automatisch die gewünschte Beregnungsmenge und die Geschwindigkeit. Einmal installiert werden in regelmässigen Abständen die aktuelle Position der Beregnung auf dem Feld sowie Wasserdruck und Beregnungswinkel an die Cloud übertragen, auf die Müller jederzeit über das Handy Zugriff hat. Damit die Einzugsgeschwindigkeit der Beregnungsmaschine dem Regnerwinkel angepasst werden kann, benötigt diese einen fernsteuerbaren Computer, bei den Geräten von  Bauer ist das der Ecostar 6000. Dank den aufgezeichneten Daten weiss Müller, welche Parzellen wie oft bewässert worden sind. Zudem sieht er jederzeit, wie viele Beregnungsgänge bereits erledigt sind und wann der aktuelle Durchgang beendet ist sowie was als nächstes kommt. Ist der Auftrag erledigt, stellt die Pumpe ab. Die Basisversion des «Raindancers» kann praktisch auf jeder Beregnungsanlage nachträglich installiert werden.

Die beregneten Parzellen lassen sich über das Handy kontrollieren.

Teilflächenspezifische Beregnung

Zurück zur Hauptstrasse in Wohlen: Raphael Müller nutzt hier die Zusatzfunktion der automatischen Sektorsteuerung des Raindancers. Der Bewässerungswinkel wird automatisch an die im System eingetragene Form der Parzelle oder sogar an Hindernisse wie beispielsweise einem Strommasten im Feld angepasst. Und das funktioniert eben auch bei Strassen, die am Feldrand vorbeiführen. Die Geschwindigkeit der Regnerwagens wird automatisch angepasst, wenn es beispielsweise eine Verengung gibt. Doppelberegnungen werden vermieden. Gemäss Hersteller werden durch diese Automatisierungen bis zu zehn Prozent weniger Wasser verbraucht. 

Vor allem aber verhindere man Diskussionen über Sicherheit auf nassen Strassen oder in trockenen Phasen über vermeintlich «verschwenderischen» Verbrauch, findet Lukas Keller von Keller Technik AG, die den «Raindancer» seit drei Jahren anbietet. Neben der automatischen Aufzeichnung der Bewässerungsdaten stehe der höhere Komfort und die Zeiteinsparung für den Gemüsegärtner im Vordergrund, sagt er. «Kontrollgänge und oft noch von Hand ausgeführte Dokumentierungen fallen weg». Das Ganze werde genauer, weil der Computer einfach zuverlässiger arbeite. Auf grossen Betrieben lasse sich so auch Personal einsparen. Dank dem genauen Einsatzprotokoll sei der Wasserverbrauch jederzeit ablesbar, was die Zusammenarbeit mit der Gemeinde vereinfache. «Falsche» Rechnungen können einfacher beanstandet werden. Die Kosten für die erweiterte Version des Raindancers mit der automatischen Sektorsteuerung starten bei rund 5000 Franken. Je nach Typ und Alters des Beregners kommen Zusatzkosten für Nachrüstungen dazu. Die Investitionen bringen einigen zusätzlichen Komfort – und ganz sicher mehr Schlaf. 

  www.raindancer.com

  www.keller-technik.ch

Veröffentlicht in Blog

2 Kommentare

  1. Besonders bei dem Anbau ist es wichtig, dass immer genügend Wasser vorhanden ist. Es ist wichtig, dass der Boden nicht zu trocken wird. Genauso ist es auch bei Beregnungsanlagen auf Sportplätzen.

  2. Vielen Dank für diesen Beitrag zum Thema Bewässerung. Gut zu wissen, dass Bewässerungsanlagen heutzutage auch mit GPS funktionieren. Ich habe mir erst vor kurzem eine Bewässerungsanlage gekauft.

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