Weshalb frieren Kaiserpinguine nicht? (SBB-Kundenmagazin Via, Februar 2008)

Schneestürme, Temperaturen von Minus 45 Grad und mittendrin eine Kolonie von Kaiserpinguinen. Seelenruhig und stramm wie Soldaten stehen sie dicht beieinander. Und das hat einen Grund: Die Vögel geben sich gegenseitig warm. Doch das ist nur eine Komponente im Energiekonzept dieses erstaunlichen Vogels. Eine andere ist das dichte Federkleid. Weil sie mehr stehen als fliegen besteht es nicht aus Schwungfedern sondern aus ganz vielen kurzen, daunenartigen Federchen. Dank der Körpertemperatur erwärmt sich die in den Daunen eingeschlossene Luft und wird zur Isolationsschicht. Die dicke Fettschicht dient übrigens mehr dem Nährstoffvorrat als zum Kälteschutz. Grundsätzlich tut der Kaiserpinguin alles dafür, den Wärmeverlust zu verhindern. Ein wahres Vorbild in Sachen Energiesparen also.
Und trotzdem braucht es ein Minimum an Wärme, nur schon um zu verhindern, dass die Flossen am eisigen Antarktis-Boden anfrieren. Ein spezieller Blutkreislauf reguliert die Durchblutung der Extremitäten mit einer hohen Präzision auf ein Minimum und hält den Wärmeverlust tief. Das gleiche Ziel verfolgt das so genannte Gegenstromprinzip: das warme Blut in der Arterie wärmt das kältere in den Venen bereits bevor es zurück ins Herz fliesst. Ganz direkt vom Herz fliesst warmes Blut nur zur Brutfalte. Diese bedeckt das auf den Füssen abgelegte Ei und hält es auf der nötigen Temperatur von 40 Grad.

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