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Elektro-Mobilität in der Gemüsebranche

16 Prozent der in der Schweiz im letzten Jahr neu zugelassenen Fahrzeuge über 16 Tonnen hatten einen elektrischen Antrieb. Die Befreiung der LSVA macht die Investition interessant. Auch Gemüsebetriebe setzen deshalb immer öfter auf elektrische Lastwagen. 

Feldhof Gemüse AG in Oberriet SG transportiert das frische Gemüse im E-Lastwagen. (Bild: Feldhof Gemüse AG)

Es war eine Demonstration der besonderen Art, welche die Firma Altherr Nutzfahrzeuge AG im letzten Sommer auf der Strasse vor den Toren der Firma Verdunova AG in Sennwald veranstaltete. Der direkte Beschleunigungs-Vergleich von Diesel und Elektro mit zwei Lastwagen fiel deutlich zugunsten des Stromers aus. Dass elektrisch betriebene Fahrzeuge schnell beschleunigen, ist keine Überraschung. Aber Gemüsebetriebe haben noch triftigere Gründe, weshalb sie bei Transporten immer öfter auf Strom anstatt auf Diesel setzen. Beim Gemüseverarbeiter Verdunova beispielsweise produziert das in Solarmodule eingekleidete Fabrikgebäude genug Strom, um den im letzten Jahr von Altherr Nutzfahrzeuge AG angeschafften Mercedes-Benz eActros 600 zu betreiben, und so CO₂-Emissionen zu reduzieren. Das ist nicht nur gut fürs Image. Vor allem rechnet es sich, auch weil ein E‑Lkw von der leistungsabhängigen Schwerverkehrsabgabe (LSVA) befreit ist. 

Gemüseverarbeiterin Verdunova AG lädt ihren E-Lastwagen mit dem eigenen Solarstrom. (Bild Verdunova)

Tendenziell liegen die Wartungskosten zudem tiefer und auch die oft kritisierten Reichweiten sind kein Problem mehr. «Erst kürzlich berichtete mir ein Fahrer von Verdunova, dass er 600 Kilometer ohne Zwischenladen der Batterie gefahren ist», sagt Markus Wild von Altherr Nutzfahrzeug AG. Allerdings sei dies auch den warmen Sommertemperaturen zu verdanken. Im kalten Winter liegt die Reichweite tiefer. Inzwischen gebe es aber unterwegs genug leistungsfähige Ladestationen an öffentlichen Standorten oder bei Transportunternehmen. Die Batterien könnten dort während der Mittagszeit oder in vorgeschriebenen Ruhezeiten in ein bis zwei Stunden problemlos geladen werden, sagt Markus Wild.   

Klimaschutz lohnt sich in diesem Fall

Als Hans Graf von Feldhof Gemüse AG in Oberriet die Offerte für einen eActros 600 erhielt, musste er zuerst leer schlucken. Sie hätten sich die Investition in den im Vergleich zum Dieselfahrzeug mehr als doppelt so teuren E-Lkw deshalb gründlich überlegt. Doch die Abklärungen zeigten schliesslich, dass das Fahrzeug perfekt zum Betrieb passt. Die 600-Kilowattstunden-Batterie wird heute jeweils am Vormittag an der eigenen, auf optimalen Eigenverbrauch programmierten Ladestation mit dem Strom aus der PV-Anlage geladen. Am Mittag geht der Chauffeur dann mit dem frischen Gemüse auf die Tour. Die anfänglichen Bedenken über die möglicherweise ungenügende Reichweite sind längst verflogen. «Die zwischen 430 und 500 Kilometer Strecke mit einer Ladung von üblicherweise maximal 35 Tonnen Gewicht sind überhaupt kein Problem», sagt Hans Graf. Und das, obwohl das Kühlaggregat über einen Spannungsumwandler noch zusätzlich Strom von der Batterie bezieht. Somit ist der Lkw komplett ohne direkte CO₂-Emissionen unterwegs. Das passt zu Hans Graf, für den Klimaschutz eine Herzensangelegenheit ist. Doch das Engagement lohne sich auch im Portemonnaie: «Bei 100 000 Kilometern Strecke pro Jahr ist das Fahrzeug durch die Einsparung der LSVA schnell bezahlt.»

Bis 2030 von der LSVA befreit

Der Bundesrat wollte die Befreiung von der LSVA ursprünglich einmal zum Ende 2028 aufheben. Die beiden Kammern des Parlamentes haben sich nun aber für eine Weiterführung bis 2030 entschieden. Danach soll ein Rabattsystem zum Tragen kommen. Im Jahr 2031 sollen elektrisch angetriebene Lastwagen dann noch einen Rabatt auf die LSVA von mindestens 70 Prozent erhalten, der degressiv abnimmt bis auf zehn Prozent im Jahr 2035.

 www.altherr.ch
 www.renault-trucks.ch
 www.designwerk.com

Veröffentlicht in Blog

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