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Mehr Genauigkeit in der Frischelogistik  

Mehr Frische, weniger Verluste, mehr Effizienz und am Ende mehr Umsatz: Die Künstliche Intelligenz (KI) soll helfen, die Frischelogistik im Detailhandel weiter zu optimieren. Damit soll letztlich mehr Gemüse den Weg zur Kundschaft finden.

Mit optimierten Bestellprozessen soll Gemüsebetrieben mehr Zeit für die Bereitstellung der Ware bleiben.

Welcher Salat, wie viele Stück, in welcher Filiale, wann und zu welchem Preis: Hier die richtigen Antworten zu finden, ist die Herausforderung des Handels. Bei Frischware wie Gemüse kommen weitere Faktoren dazu, wie Haltbarkeit oder die aktuelle Verfügbarkeit in der Gemüseproduktion. Automatisierte Systeme mit Prognose- und Bedarfsalgorithmen auf Basis von historischen Verkaufsdaten, aktuellen Lagerbeständen und Stammdaten von einzelnen Filialen stehen im Detailhandel bereits seit Jahren im Einsatz. Zudem spielen die Filialleiter immer noch eine bestimmende Rolle, was die Gestaltung des Gemüsesortiments anbetrifft. Doch ihre Rolle dürfte sich in den nächsten Jahren ändern. Denn letztlich sind sie «Gewohnheitstiere» und von subjektiven Eindrücken geprägt, was zu Ungenauigkeiten führen kann oder zu fehlender Ware im Sortiment. Denn die Kundschaft entwickelt sich weiter und verändert sich. Vielleicht gibt es ja ein Gemüse, welches in der Filiale X bisher noch nicht angeboten wurde, aber gute Abverkäufe bringen würde?

Sortimentsgestaltung in Echtzeit

Die Künstliche Intelligenz (KI) kann Berge von Daten schnell und intelligent verarbeiten und kombinieren. Damit ergeben sich neue Möglichkeiten, um die Prozesse zusätzlich zu bestehenden ERP-Systemen zu optimieren. Es geht um Bestandsverfolgung in Echtzeit, um genauere Prognosen und die Überwachung von tagesaktuellen Beständen. Adaptive Prognosemodelle orientieren sich nach Trends und passen Ausreisser und Umsatzverluste an. Global buhlen gerade viele Startups um die Gunst des Detailhandels, um diesem im Frischebereich mit KI-Tools zu mehr Effizienz zu verhelfen. 

Mehr Zeit für Gemüsebetriebe

Auch der Schweizer Detailhandel entwickelt seine Frischelogistik laufend weiter, wobei zunehmend KI oder Methoden des maschinellen Lernens zum Einsatz kommen. Coop beispielsweise stellte seine Bestellprozesse in den vergangenen Monaten deshalb bereits um. Vorher bestellten die Verantwortlichen in den Filialen das benötigte Gemüse jeweils am Vormittag bei den zuständigen Verteilstellen. Die konkreten Bestellungen erreichten vor dem Mittag die Gemüsebaubetriebe, welche das bestellte Gemüse bis um 18.00 Uhr an die Verteilzentralen liefern mussten. Neu erhält der Category Manager in der Region um 6 Uhr einen durch KI unterstützten Bestellvorschlag auf Basis von historischen Daten, aktuellen Bestandesdaten, Prognosemodellen und anderen Faktoren.

Damit führt er die Bestellung auf den Gemüsebaubetrieben aus, neu bereits bis um 8.30 Uhr. Die Gemüsegärtnerinnen und -gärtner haben nun etwas mehr Zeit als früher, um die bestellte Ware zu ernten, verpacken und auszuliefern. Der oder die Verantwortliche in der Filiale kann zwar noch korrigierend eingreifen, doch die bestellte Ware ist schon unterwegs. Die dann noch angepasste Information hilft der KI, dazu zu lernen, um künftige Bestellungen genauer auszuführen. Bis 18.00 Uhr müssen die Filialen dem System schliesslich die Warenbestände melden, damit dieses die definitive Bestellung für den kommenden Tag erstellen und zur Kommissionierung freigeben kann. Je exakter diese Bestände gemeldet werden, desto genauer kann es arbeiten. 

Mehr Frische für die Kundschaft

Es gehe vor allem darum, die Regale in den Läden optimal zu befüllen, mit weniger Abschreibungen und Foodwaste. Dazu nutze die KI Kennzahlen zum Absatz, zur Rentabilität, zur Wiederkäuferrate oder zu Abschreibern, sagte Matthias Hofer von Coop am letztjährigen Betriebsleiterseminar der Gemüsebranche in Zweidlen-Glattfelden. Durch die angepassten Prozesse soll unter anderem bisher ungenutzes Potenzial besser genutzt und mehr Frische zum Kunden kommen. 

Veröffentlicht in Blog

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