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Photovoltaik: 97 Prozent Eigenverbrauch

Dank der Eigenverbraucherlösung sind Solaranlagen wieder rentabel. Je mehr Solarstrom zeitgleich vor Ort genutzt wird, desto besser. Wie beispielsweise auf dem Gemüsebaubetrieb von Brigitte Schurter-Eymann in Winkel.

Investitionen in Solarstrom lohnen sich wieder. Vor allem wenn er zu einem hohen Anteil gleich vor Ort verwendet wird. Auf dem Gemüsebaubetrieb von Brigitte Schurter-Eymann in Winkel ZH braucht es unter anderem für die Kühlräume und vor allem für die Convenience-Produktion viel Strom. Ein Teil davon kommt seit August vom Dach auf der Verarbeitungshalle. 475 Quadratmeter Photovoltaikmodule liefern dort künftig jährlich um die 90 000 Kilowattstunden Solarstrom. Als Überschuss ins öffentliche Netz fliesst praktisch nichts mehr, der Eigenverbrauchsanteil beträgt nämlich beachtliche 97 Prozent. Elf Prozent der Stromkosten spart Brigitte Schurter vor-aussichtlich pro Jahr ein. Die 88 kWp-Anlage kostete sie 130 000 Franken, abzüglich der Einmalvergütung von 30 000 Franken. Läuft alles normal, ist die Anlage in zehn Jahren amortisiert.

Optimierung des Solardachs

Die Solaranlage in Winkel ist optimiert für den Eigenverbrauch. Das Prinzip: Je mehr eigener Strom zeitgleich vor Ort genutzt werden kann, desto weniger muss teurer Strom zugekauft werden. Zudem können die Spitzenlasten beim Strombezug reduziert werden, was weitere Kosteneinsparungen bringt.

Heinz Simmler von Energie Netzwerk GmbH in Bachenbülach hat die Anlage geplant. Bei der Analyse der Lastgangdaten des Betriebes wurde ihm schnell klar, dass hier eine Solaranlage auch wirtschaftlich Sinn macht. «62 Prozent des gesamten Stroms braucht das Unternehmen in der sonnenreichen Zeit von Frühling bis Herbst, während dem Tag und das zu einem grossen Anteil zum Hochtarif», sagt Simmler. Mit Hilfe einer speziellen Software kann er die optimale Anlagengrösse ausrechnen. Sie ist abhängig von Faktoren wie dem Strompreis, Gebäudeausrichtung, Dachgrösse, Einmalvergütung, Lastgangdaten aber auch vom verfügbaren Investitionsbetrag des Anlagenbetreibers. Der Stromüberschuss sollte grundsätzlich möglichst gering ausfallen, weil die Abnahmepreise für den Solarstrom zurzeit wenig attraktiv sind. Auch äussere Gegebenheiten beeinflussen die Kosten: «Ist das Dach wie bei Brigitte Schurter-Eymann gut zugänglich, in einem guten Zustand und dazu noch eine zusammenliegende Fläche, dann spart das erhebliche Installationskosten», erklärt Simmler.

CO2-Reduktionsziele

Die Solaranlage von Brigitte Schurter-Eymann liefert den Strom direkt in den Betrieb.

Mit der Solaranlage will Brigitte Schurter-Eymann einen Beitrag für die Umwelt leisten. Zum anderen hilft sie ihr bei der Erreichung der vereinbarten CO2-Reduktionsziele, damit der Betrieb weiterhin von der CO2-Steuer befreit bleibt. «Umso besser, wenn das Ganze auch noch rentiert», sagt sie. Davon ist Simmler überzeugt: «Ist genug Liquidität vorhanden und der Stromverbrauch dazu hoch, dann lohnt sich eine Solaranlage heute praktisch für jedes Unternehmen.» Obwohl die Materialpreise für Photovoltaikanlagen weiterhin sinken, empfiehlt er, mit der Planung nicht zu warten, weil die Einmalvergütung möglicherweise schon im nächsten Jahr weiter reduziert wird. Zudem rechnet er damit, dass sich mit den Speicherbatterien künftig wegen stetig sinkenden Preisen eine zusätzliche lohnende Möglichkeit bieten wird, den Eigenverbrauch in Solaranlagen zu erhöhen. 


Einmalvergütung (IEV)

Das Einspeisevergütungssystem (EVS) im Rahmen des Energiegesetzes (EnG) löste in diesem Jahr die Kostendeckende Einspeisevergütung (KEV) ab. Solaranlagenbetreiber, die sich nach 2012 für die KEV angemeldet haben sowie neue Anlagen können von der Förderung in Form eines einmaligen Investitionsbetrags profitieren. Diese Einmalvergütung (EIV) deckt maximal ein Drittel der Investitionskosten. Die Wartefrist für die gesetzlich garantierte Auszahlung der IEV beträgt je nach Grösse der Anlage zwischen 2 und 6 Jahren.

www.pronovo.ch

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