Der Biohof Fluofeld produziert auf dem Talboden in Arth-Goldau eine beeindruckende Vielfalt von Gemüse und Beeren. Auf Diversifikation setzt der Betrieb auch bei der Vermarktung. Und auf den Feldern ist seit diesem Frühling ein Jätroboter unterwegs.

In einer traditionellen Gemüsebauregion liegt Arth Goldau im Kanton Schwyz nicht. «Wir sind weit und breit die einzigen, die Gemüse und Beeren anbauen», sagt Michael Reichmuth vom Biohof Fluofeld in Arth. Der Gemüse- und Beerenbetrieb auf dem Arther Talboden hat sich in den vergangenen Jahren zu einer bedeutenden regionalen Grösse und darüber hinaus entwickelt. Das erzeugt Neugier. Deshalb machten sich Ende August zahlreiche Leute aus der Gemüsebranche auf den Weg in die Zentralschweiz, um sich im Rahmen des vom Strickhof organisierten Gemüsecorners gleich vor Ort ein Bild zu machen.
Die wochenlange Trockenphase in diesem Sommer zerrte auch an den Kräften des Personals im Fluofeld, obwohl hier mehr Gewitter für temporäre Entlastungen sorgten als in anderen Regionen. Das Bewässerungswasser kam in ausreichender Menge aus der Leitung. Einen Kampf ums Wasser gebe es in der Region unter Bauern nicht. Normalerweise sei auf diesen Böden ohnehin eher zu viel Nässe das Problem, erklärte Michael Reichmuth vor einem Feld mit üppig gewachsenen Randen. Für den Anbau sei die Dürrephase in seinem Fall deshalb weniger ein Problem gewesen. In Zeiten, in denen sich vermeintlich alle auf weniger Kulturen spezialisieren, setzt der Betrieb auf Vielfalt. Unter anderem verschiedene Salate, Fenchel, Karotten, Spinat oder im geschützten Anbau auch Tomaten, Gurken, Peperoni, Auberginen oder Wassermelonen wachsen hier. Dazu kommt die ganze Palette mit Beeren. «Manchmal reichen Zeit und Personal schlicht nicht aus, um alles zu ernten», gab der umtriebige Biobauer zu bedenken. Von den 40 Hektar mit Gemüse bewirtschafteten Flächen liegt zudem die Hälfte weit entfernt, was viele zusätzliche Fahrstunden nötig macht.
Gründüngungen gegen Bodenmüdigkeit
Eine vielfältige Fruchtfolge mit zwischendurch auch Kunstwiesen und zahlreichen Gründüngungen helfe dabei, zu verhindern, dass der Boden müde werde, sagt er. Speziell zudem: Auf einer Hektare wachsen im geschützten Anbau Erdbeeren, auf die nach der Ernte Ende Mai Ingwer, Wassermelonen und Gurken folgen. Die Gewächshäuser werden im Herbst mit Spinat und Nüsslisalat ein weiteres Mal «zwischengenutzt». Anfang Jahr zügelt der Betrieb dann die ganze Gewächshausinfrastruktur auf eine neu mit Erdbeeren bepflanzte Parzelle.
Im Anbau sowie der Kulturpflege nutzt der Betrieb neue Technologien, wie in diesem Frühling erstmals den Jätroboter Oddbot aus Holland. Obwohl noch mehr möglich sein müsse, zieht Michael Reichmuth hier ein positives erstes Fazit: Vor allem in der frühen Phase bei den Karotten habe ihm das 250 Stunden Jät-Handarbeit eingespart.
Anbau in Kalttunneln
Die zahlreichen Folienhäuser im Fluofeld sind ungeheizt. Strickhof-Berater Christof Gubler nutzte die Gelegenheit für ein Referat zur Assimilatsbalance in Kalttunneln. In diesen war gerade in diesem Hitzesommer die Bereitstellung einer idealen Umgebung für Tomaten eine grosse Herausforderung. Das gilt auch für den Biohof Fluofeld. In einem Gewächshaus befiel zudem eine Invasion von Wanzen die Gurken, woran diese sichtbar litten. Einige dürften in der Direktvermarktung einen Absatz finden.
Der Betrieb hat einen eigenen Hofladen und ist an drei Wochenmärkten präsent. Wie in der Produktion setzt Michael Reichmuth aber auch in der Vermarktung auf Diversifikation: Ein wichtiger Partner ist Migros Luzern, den er seit zehn Jahren direkt beliefert. Dazu kommen Hofläden sowie zahlreiche Business-to-Business-Kunden wie die Gastronomie und weitere Handelsfirmen. «Dank dieser stark diversifizierten Vermarktungsstrategie verkaufen wir 95 Prozent unserer Ware.» Ohne sein tolles Team wäre dies allerdings nicht möglich, denn diese Ausrichtung sei auch sehr zeitintensiv, gab Michael Reichmuth zum Abschluss zu Bedenken.

Kommentare