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Der grösste «Urban Farmer» in Zürich

beerstecher2Seit sage und schreibe 100 Jahren lebt die Familie Beerstecher vom Gemüseanbau. Einst zog der Hund den Gemüsekarren auf den Markt. Die Zeiten haben sich natürlich geändert. Das Wesentliche ist aber geblieben: Die Leidenschaft für Salate & Co.

Im Jahr 1914 wurde der Panamakanal eröffnet, bei Ford liefen erstmals Fliessbänder zur Autoproduktion und es war das Jahr, in dem der Erste Weltkrieg begann. Weitab von diesem Weltgeschehen pachteten Jakob und Berta Beerstecher-Merki in Zürich Albisrieden im gleichen Jahr aber auch erstmals einen Flecken Land, auf dem sie Gemüse anbauten. Das Gemüse ernteten sie mangels Alternativen von Hand und brachten es zu Fuss oder mit einem vom Hund gezogenen Karren zu den städtischen Gemüsemärkten. Das Geschäft funktionierte und ermöglichte der Familie ein Einkommen. Flächen kamen beer3laufend dazu bis es in der Gegend nicht mehr genug davon hatte. Deshalb zog die zweite Generation um Willy und Ideli Beerstecher-Miller 30 Jahre später ins damalige Bauerndorf Dübendorf weiter, wo es noch Land zu kaufen gab.
willy 100 Jahre und vier Familien-Generationen später produzieren die Beerstechers dort zwar immer noch Gemüse. Vom Bauerndorf ist allerdings nichts mehr viel übrig geblieben. Rund um den Betrieb mit seinen Gewächshäusern sind in den letzten Jahrzehnten Hochhäuser in die Höhe geschossen und haben ihn lange vor dem aktuellen Hype zur grössten «Urban Farm» Zürichs gemacht. Und die Bauprofile zwischen den Salatfeldern deuten es an: In den nächsten fünf Jahren werden die Beerstechers weitere 1000 neue Nachbarn erhalten. Der Gemüsebaubetrieb expandierte auf der anderen Seite des Dorfes, wo auf dem zugekauften Maihof seit zehn Jahren der grösste Teil des eigenen Gemüses produziert wird. Am Ruder ist mittlerweile die vierte Generation um Thomas und Sonja Beerstecher, die den Betrieb vor zehn Jahren von Willy und Lisbeth Beerstecher-Kretz übernahmen.
Viel ist inzwischen passiert in der schnelllebigen Welt. Die Marktstrukturen in der Branche haben sich stark verändert und auf den Feldern stehen moderne Maschinen im Einsatz. Der Betrieb Beerstecher betreibt heute zusammen mit anderen Gemüseproduzenten eine Vermarktungsplattform. Über hundert Mitarbeiter arbeiten während der Hauptsaison auf dem Betrieb. In Hinwil entsteht zurzeit ein neues Gewächshaus mit 35 000 m2 Fläche, das zu 100 Prozent aus Abwärme der Kehrichtverbrennung Zürich-Oberland (Kezo) beheizt wird. Und seit zwei Jahren steht auf dem Maihof eine neue Maschinenhalle, auf deren Dach übrigens auch Solarstrom produziert wird. An diesem Ort will Betriebsleiter Thomas Beerstecher Ende August wenigstens einen kurzen Moment die Zeit anhalten und den doch aussergewöhnlich hohen runden Geburtstag des Familienunternehmens gebührend feiern.
thomasEin Abend mit rund 200 geladenen Gästen am Freitag macht den Anfang, ehe am Sonntag der Maihof seine Tore für die breite Öffentlichkeit öffnet. Der Anlass ist für Thomas Beerstecher viel mehr als nur eine Geburtstagsfeier: «Kaum jemand weiss doch, dass hier am Stadtrand grossflächig Gemüse wächst.» Die Leute sollen sehen, wie heute Gemüse produziert wird. Deshalb hat er eigens für den Event Parzellen mit Gemüse bepflanzen lassen, auf denen zum einen moderne Erntemethoden präsentiert werden, zum anderen aber auch selbst Gemüse geerntet werden kann. Ein Konzert mit «The Voice of Switzerland»-Star Brendon Schoen Johnson, ein Gmüeslerzmorge, verschiedene Marktstände, Maschinenpräsentationen, einem Mini-Traktor Park für die Kleinen, Lamatrekking und vieles mehr sollen vor allem auch junge Leute und Familien auf den Betrieb holen. Er rechnet am Sonntag mit 2000 bis 3000 Besucherinnen und Besuchern. Für die Organisation habe er einen beträchtlichen Aufwand betrieben, sagt Thomas Beerstecher. Unmittelbar habe sein Unternehmen zwar nichts davon, zumal er ja keinen Endkunden beliefere. Er möchte damit aber vor allem Werbung für die gesamte Branche leisten: «Mit solchen Anlässen verstärken wir das Bewusstsein der Konsumenten für die regionale Gemüseproduktion.»

www.beerstecher.ch

Veröffentlicht in Blog

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