Mobile Toiletten sind gut fürs Image

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Vor allem grössere Gemüsebau-betriebe stellen neben ihren Parzellen mobile Toiletten auf. Das ist hygienisch vorteilhaft und wird auch von den Mitarbeitern geschätzt.

Swissgap-Vorschriften schreiben vor, dass Erntearbeiter innerhalb von 500 Metern Zugang zu sauberen Toiletten haben müssen oder die Möglichkeit, diese mindestens einmal pro Halbtag mit einem Fahrzeug aufsuchen zu können. Die Toiletten-Diskussion sorgte bei der Einführung der Vorschrift vor ein paar Jahren für rauchende Köpfe in der Gemüsebranche. Mittlerweile haben sich die Gemüter beruhigt. Vor allem grössere Gemüsebaubetriebe setzen auf mobile Toilettenhäuschen. Viele Gemüseproduzenten nutzen aber pragmatischere und günstigere Lösungen.

Thomas Eggimann, der für den Verein Kontrollkommission für umweltschonende und tierfreundliche Landwirtschaft (KUL) in Kanton Bern Swissgap-Kontrollen durchführt, hat bei seinen Tätigkeiten noch nie ein mobiles WC angetroffen. «Die Swissgap-Vorschriften sind erfüllt, wenn am Feldrand sauberes Wasser zum reinigen der Hände vorhanden ist», erklärt er. Einige Gemüseproduzenten würden zusätzlich Hygienetücher zur Verfügung stellen. Auch das sei eine gute Lösung. Mobile Toiletten am Feldrand brauche es eigentlich nicht, um die Swissgap-Vorschriften zu erfüllen. «In der Praxis ist der Betrieb von mobilen Toiletten sehr aufwändig, auch weil diese laufend verschoben werden müssen», sagt der Kontrolleur. Normalerweise könnten die Mitarbeiter die Toiletten mit vernünftigem Aufwand auf dem Hof aufsuchen. In der Regel wüssten die Mitarbeiter ja im voraus, auf welchen Parzellen sie arbeiten müssten und könnten sich entsprechend vorbereiten und gegebenenfalls noch vor der Abfahrt aufs Häuschen gehen.

Auf grossen Betrieben häufiger

Doch trotz allem gibt es Gemüsebaubetriebe, die auf ihrem Betrieb ganz bewusst mit mobilen Toiletten arbeiten. Bei Beerstecher AG in Dübendorf stehen sechs bis sieben Miet-WCs auf allen grossen Parzellen im Einsatz. Eine externe Firma übernimmt dabei die Reinigung und verschiebt die Häuschen zwischen den Parzellen. Es sei fürs Image schlecht, wenn ein Mitarbeiter sein Geschäft im Freien neben einem Gemüsefeld verrichte, sagt Geschäftsführer Thomas Beerstecher. Und bei so vielen Mitarbeitern sei die Wahrscheinlichkeit gross, dass bei einem auch weit entfernt vom Hof die Blase drücke. Seine Mitarbeiter hätten bei ihm die strikte Anweisung, jegliche Geschäfte in den mobilen Toiletten zu verrichten. Von der einfacheren Lösung mit sauberem Wasser am Feldrand in Kanistern hält Beerstecher wenig. Die aktuelle Lösung koste ihn zwar rund 300 Franken pro Monat. Dafür hätten sie aber eine wirklich saubere Lösung. «Für Betriebe wie den unseren in Stadtnähe und mit vielen Spaziergängern lohnt sich diese Investition auf jeden Fall.»

Auch Gemüseproduzent Thomas Käser aus Birmenstorf AG setzt zwei Miet-WCs ein. Er hätte positive Rückmeldungen aus der Bevölkerung erhalten. Die Häuschen hat er extra auf einen Anhänger montiert lassen, damit sie seine Mitarbeiter schnell verschieben könnten. Die Kosten seien zwar relativ hoch, sagt Käser. Aber nicht nur bei den Spaziergängern kämen die Häuschen gut an, auch seine Mitarbeiter schätzten die WCs.

Ein Gedanke zu „Mobile Toiletten sind gut fürs Image“

  1. Hallo und vielen Dank für den interessanten Artikel. Mich würde einmal interessieren ob es in Österreich dafür auch Bestimmungen gibt. Gesehen habe ich zumindest noch keine mobilen Toiletten auf den Feldern. Die WV Vermietung würde es sicher froh stimmen.

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