Irland geizt nicht mit seinen Reizen (BauernZeitung, 16. August

Bed and Breakfast in Irland

Ferien auf dem Bauernhof. In Irland bieten über 400 Bauernbetriebe Übernachtungen als Bed & Breakfast an. Der Standard ist hoch.

Drei Rinder und ein paar Schafe grasen vor dem Bertra House. Der Strand der Clew Bay an der Westküste in Irland liegt nur ein paar hundert Meter vom Haus entfernt, und ist bei Spaziergängern und Vogelliebhabern sehr beliebt. Margaret Gill bereitet gerade die Räume für die nächsten Gäste vor. Das Haus wirbt mit dem Label der Irish Farmhouse Holidays Association, vergleichbar mit dem Verein „Ferien auf dem Bauernhof“ in der Schweiz. Seit 19 Jahren empfängt Margaret Gill auf ihrem kleinen Bauernhof Gäste aus aller Welt. Manche hätten sich in die grünen Hügel und die Spaziergänge am Meer verliebt und kämen immer wieder. Darunter ein Schweizer Ehepaar aus Liestal, das sich mittlerweile in der Gegend ein eigenes Ferienhaus gekauft habe. Die bisherige Saison sei aber enttäuschend verlaufen, berichtet Margaret Gill. Den Grund ortet sie im Wegbleiben der amerikanischen Touristen nach dem Terroranschlag in New York vom letzten Jahr. Zudem habe die Einführung des Euro für eine enorme Verteuerung des Lebens in Irland gesorgt. Laut einer jüngst veröffentlichten Statistik ist Irland in der Euro-Zone das zweitteuerste Land. Die Zeiten, in denen Irland zu den bevorzugten Zielen von Rucksacktouristen zählte, sind vorbei. Mehr

Brennerei: Old Midleton Distillery, eine der drei letzten Irish-Whiskey-Brennereien Kommt ohne rauchigen Flavour aus (Schweizer Bauer, 7. August 2002)

Ein Besuch in der Old Midleton Distillery in der Nähe von Cork, eine der drei letzten in ihrer Art, führt durch die Geschichte des irischen Whiskeys. Gleich hinter dem historischen Gelände dampft der Kamin der neuen Anlage.

Dass der irische Whiskey weltweit nur die dritte Geige spielt, hat weniger mit der Qualität, sondern mehr mit seiner schwierigen Geschichte zu tun. Noch streiten sich die Historiker darüber, ob das edle Getränk nicht sogar in Irland selbst erstmals gebrannt wurde. Sicher ist, dass der Begriff Whiskey aus dem Gälischen stammt und übersetzt «Lebenswasser» heisst. Mehr

Forellen aus dem Bio-Teich (HandelsZeitung, 3. Juli 2002)

Bioforellenzucht Nadler

Bio-Forellen sind ein seltener Genuss: In der Schweiz existieren nur zwei Fischzuchten, wo die Fisch in kiesigen Teichen schwimmen und länger leben dürfen. Verkauft werden sie mit dem Knospen-Label von Bio Suisse.Die meisten Schweizer Forellen, die auf den Tellern landen, stammen aus Fischzuchtanlagen und nicht etwa aus wildlebenden Beständen in Seen oder Bächen, wovon viele Fischliebhaber irrtümlicherweise ausgehen. Die sogenannten Aquakulturen funktionieren nach den Grundprinzipien eines Bauernhofs. Auf der Anlage werden Eier befruchtet und ausgebrütet, die kleinen Fische aufgezogen und schliesslich bis zur Schlachtreife gemästet. An Stelle der weidenden Mutterkühe schwimmen eben Mutterfische in Teichen. Die Massenproduktion von Fischen ist aber problematisch. Krankheiten verbreiten sich in zu dichten Beständen rasant. Die Fische werden dann krankheitsanfällig und müssen häufiger mit Medikamenten behandelt werden. Die Folge sind
hohe Gehalte beispielsweise an Malachitgrün, ein oft verwendetes Mittel gegen Parasiten und Pilze, und anderen Arzneimitteln in den Fischgeweben. In biologischen Zuchten leben die Fische gesünder und profitieren in den Teichanlagen von mehr Raum und Abwechslung. Mehr

Infopool an der Expoagricole: In die virtuelle Landwirtschaft eintauchen (LID-Mediendienst, 18. April 2002)

Der Infopool an der Expoagricole präsentiert die moderne und aufgeschlossene Schweizer Landwirtschaft. Besucherinnen und Besucher tauchen von der realen in eine virtuelle Welt ab. Dort können sie zum Beispiel einen normalen Bauernhof in eine Biofarm verwandeln.

Der Infopool der Expoagricole 2002 logiert im ehemaligen Gärtnerhaus Beaulieu Park in Murten. Die Heubühne im ersten Stock wurde vollständig renoviert und erinnert nur noch von aussen an ihre ursprüngliche Funktion. Der Eintritt in den Infopool erfolgt sinnbildlich über eine Computer-Tastatur durch einen zum Bildschirm umgestalteten Eingang. Im Innern des “Computers” geht es modern und virtuell zu und her. Über die Decke wandern beleuchtete Lichtpunkte, die sich bei näherem Hinsehen als Sujets aus der Landwirtschaft enttarnen. Dann fällt der Blick auf eine Leinwand, wo die aktuellen Nachrichten aus der Landwirtschaft erscheinen. Leuchtende überdimensionierte Leiterplatten am Boden führen die Besucherinnen und Besucher zu weiteren Computerstationen. Dort können sie Landwirtschaft spielen, auf Agro-Websites surfen oder allgemeine Infos über die Landwirtschaft herunterladen. Der Infopool ist in drei Hauptbereiche aufgeteilt, die sich an das Fachpublikum, die allgemeine Bevölkerung inklusive Medienschaffende und die Schulen richten. Vermittelt wird das Bild einer modernen und aufgeschlossenen Landwirtschaft, die keine Berührungsängste mit der virtuellen Welt kennt. Mehr

Modern, aber zu wenig Milch – Über die Probleme einer kleinen Käserei in Bulgarien (Bayerisches Landwirtschaftliches Wochenblatt, 6. April 2002)

Modern, aber zu wenig Milch – Über die Probleme einer kleinen Käserei in Bulgarien. Der Durchschnitts-Monatslohn beträgt 135 Euro, und die Landwirtschaft in Bulgarien ist kleinstrukturiert. Da ist man froh über Unterstützung aus dem Westen.

Beim Gang durch die Milchprodukteabteilung eines Supermarktes in Sofia findet man zwischen typisch bulgarischen Produkten wie Feta und Joghurt seit ein paar Jahren auch Tilsiter und Gruyère. Beim in kyrillischer Schrift angeschriebenen Käse handelt es sich aber nicht um Importware aus der reichen Schweiz, sondern um einheimische Produkte aus der Käserei «Rhodop Milk» in Smilian, in den gebirgigen Rhodopen im Süden Bulgariens gelegen. Seit dem Jahre 1994 werden dort in der von drei Familien betriebenen Käserei-Genossenschaft zwar in erster Linie einheimische Sorten hergestellt, zudem aber auch Tilsiter, Gruyère, Gouda und Parmesan. Produziert wird nämlich nur für den bulgarischen Markt. Emmentaler gehört übrigens nicht zum Sortiment, weil der Bulgare nicht auf «süssen» Käse stehe, erklärt die Geschäftsführerin Milkana Jordanova. Mehr

Die Bauern spielen nur noch eine Nebenrolle (Handelszeitung,20. März 2002)

AGRIGATE Das Internetportal für die Agrarwirtschaft hat die Vorgaben verfehlt: Der Umsatz fiel mit nur gerade 160000 Franken enttäuschend aus, derweil der Verlust 5 Millionen Franken erreichte. Jetzt reagieren die Gründer – und erfinden das Portal neu. Sie wollen aus Agrigate einen “Internetpartner für die Agrarwirtschaft” machen, der E-Lösungen für KMU anbietet.Zweistellige Millionenbeträge wollten die Betreiber von agrigate im ersten Jahr umsetzen. In dieser Grössenordnung sollten Bauern Dünger, Pflanzenschutzmittel, Futter oder Maschinen über die Landwirtschaftsplattform im Internet kaufen. Mehr

Kleine Hechte im Zuger Fischerei-Museum (Luzerner Woche, Mai 2001)

Zu Tausenden schwirren die winzigen Hechtlein durch das Aufzuchtbecken der Zuger Fischbrutanstalt. Sie sind kurz zuvor aus den Eiern geschlüpft, die vor ein paar Wochen am gleichen Ort befruchtet wurden. Die kleinen Fische präsentieren sich der Öffentlichkeit noch bis am 12. Mai im Fischerei-Museum in der Zuger Altstadt. „Ohne die künstliche Aufzucht in den Brutanlagen, wäre der Zugersee mit grosser Wahrscheinlichkeit sehr schnell leer gefischt“, erklärt Franz Schön vom Zuger Fischereiverein dem überraschten Laien den Zweck der Anlagen. „Die Lebensräume in den Schweizer Gewässern haben sich für die Fische in den letzten Jahrzehnten derart verschlechtert, dass die natürliche Ablaichung der Fische stark eingeschränkt ist.“ Die Fischbrutanstalten helfen nach und sorgen für den nötigen Besatz mit Fischen in den Seen und Flüssen. Mehr

Der lange Weg von der Plantage in die Stube (Basler Zeitung, 15. Dezember 1998)

Rund eine Million Tannen gelangen jährlich als Weihnachtsbäume in Schweizer Stuben. Über die Hälfte davon wird importiert, vorwiegend aus Dänemark. Bei den meisten Bäumen handelt es sich um Nordmannstannen. Die Preise sind etwa gleich hoch wie im letzten Jahr.

Auch im Zeitalter von singenden Plastikweihnachtsbäumen vertrauen die meisten Schweizerinnen und Schweizer immer noch auf den «richtigen» Tannenbaum. In 40 Prozent der Fälle handelt es sich dabei um die Nordmannstanne, die als eine der vornehmeren unter den Weihnachtsbäumen gilt. Mehr

Kräuterbauer Grünenfelder: “Unsere beste Werbung ist die Produktequalität” (LID-Mediendienst, 23. Juli 1998)

Die Familie Grünenfelder baut auf einer Anbaufläche von 1,35 Hektaren 70 Sorten von Kräutern an. Auf dem biologisch bewirtschafteten Betrieb wird vor allem mit den Händen gearbeitet. Als Erfolgsrezept gilt für den typischen Nischenproduzenten die hohe Produktequalität.

Auf einer Höhe von 1130 M.ü.M. erbringt Erwin Grünenfelder in Vaulion VD den Beweis, dass auch kleinste Bauernbetriebe in der Schweiz ein ausreichendes Einkommen erzielen können. Auf einer Fläche von insgesamt 2,2 ha – der landesweite Durchschnitt liegt bei etwa 14 ha – baut Erwin Grünenfelder seit 1996 auf 1,35 ha erfolgreich Kräuter an. Angebaut werden rund 70 Sorten Kräuter. Das Angebot reicht von Zitronenmelisse, Oregano, Pfefferminze, Thymian, Ringelblume, Lavendel bis zu Petersilie. Kleine Anbaufläche heisst im Fall Grünenfelder aber nicht weniger Arbeit. Der Anbau von Kräutern ist arbeitsintensiv und wird zu einem grossen Teil in Handarbeit gemeistert. Die im Vergleich zu den Talgebieten bestehenden klimatischen Nachteile der Berggebiete können beim nichtindustriellen Kräuteranbau auch aus einer positiven Sicht betrachtet werden. “Weil Bergkräuter in dieser Höhenlage einer intensiveren Sonneneinstrahlung ausgesetzt sind als in Talgebieten, sammeln sich darin auch mehr ätherische Öle an, deshalb sind Bergkräuter aromatischer”, erklärt Erwin Grünenfelder. Mehr

Die Varroa-Milben wollen den Bienen einmal mehr an den Kragen (LID-Mediendienst, 12. März 1998)

Die Varroa-Milbe sorgt wieder einmal für Aufsehen. Ganze Bienenvölker sind bedroht, die Bekämpfungsmittel sind umstritten. Einige Imker fordern dazu staatliche Hilfe, andere Seiten wollen sich wiederum vermehrt selber helfen.

Rund 300,000 Bienenvölker gibt es in der Schweiz. Im vergangenen Jahr produzierte ein Bienenvolk durchschnittlich 6,7 Kilogramm Honig, was eine eher bescheidenen Quote im Vergleich zu anderen Jahren darstellt. Schuld an den tiefen Zahlen war vor allem die nasskalte Witterung im Sommer, die den Bienen stark zusetzte. Zudem sind die Bienen natürlich auch abhängig vom Blütenangebot, und dieses war wegen den Frühjahrsfrösten insbesondere bei den Obstbäumen im vergangenen Mehr