Der lange Weg von der Plantage in die Stube (Basler Zeitung, 15. Dezember 1998)

Rund eine Million Tannen gelangen jährlich als Weihnachtsbäume in Schweizer Stuben. Über die Hälfte davon wird importiert, vorwiegend aus Dänemark. Bei den meisten Bäumen handelt es sich um Nordmannstannen. Die Preise sind etwa gleich hoch wie im letzten Jahr.

Auch im Zeitalter von singenden Plastikweihnachtsbäumen vertrauen die meisten Schweizerinnen und Schweizer immer noch auf den «richtigen» Tannenbaum. In 40 Prozent der Fälle handelt es sich dabei um die Nordmannstanne, die als eine der vornehmeren unter den Weihnachtsbäumen gilt. Mehr

Kräuterbauer Grünenfelder: “Unsere beste Werbung ist die Produktequalität” (LID-Mediendienst, 23. Juli 1998)

Die Familie Grünenfelder baut auf einer Anbaufläche von 1,35 Hektaren 70 Sorten von Kräutern an. Auf dem biologisch bewirtschafteten Betrieb wird vor allem mit den Händen gearbeitet. Als Erfolgsrezept gilt für den typischen Nischenproduzenten die hohe Produktequalität.

Auf einer Höhe von 1130 M.ü.M. erbringt Erwin Grünenfelder in Vaulion VD den Beweis, dass auch kleinste Bauernbetriebe in der Schweiz ein ausreichendes Einkommen erzielen können. Auf einer Fläche von insgesamt 2,2 ha – der landesweite Durchschnitt liegt bei etwa 14 ha – baut Erwin Grünenfelder seit 1996 auf 1,35 ha erfolgreich Kräuter an. Angebaut werden rund 70 Sorten Kräuter. Das Angebot reicht von Zitronenmelisse, Oregano, Pfefferminze, Thymian, Ringelblume, Lavendel bis zu Petersilie. Kleine Anbaufläche heisst im Fall Grünenfelder aber nicht weniger Arbeit. Der Anbau von Kräutern ist arbeitsintensiv und wird zu einem grossen Teil in Handarbeit gemeistert. Die im Vergleich zu den Talgebieten bestehenden klimatischen Nachteile der Berggebiete können beim nichtindustriellen Kräuteranbau auch aus einer positiven Sicht betrachtet werden. “Weil Bergkräuter in dieser Höhenlage einer intensiveren Sonneneinstrahlung ausgesetzt sind als in Talgebieten, sammeln sich darin auch mehr ätherische Öle an, deshalb sind Bergkräuter aromatischer”, erklärt Erwin Grünenfelder. Mehr

Die Varroa-Milben wollen den Bienen einmal mehr an den Kragen (LID-Mediendienst, 12. März 1998)

Die Varroa-Milbe sorgt wieder einmal für Aufsehen. Ganze Bienenvölker sind bedroht, die Bekämpfungsmittel sind umstritten. Einige Imker fordern dazu staatliche Hilfe, andere Seiten wollen sich wiederum vermehrt selber helfen.

Rund 300,000 Bienenvölker gibt es in der Schweiz. Im vergangenen Jahr produzierte ein Bienenvolk durchschnittlich 6,7 Kilogramm Honig, was eine eher bescheidenen Quote im Vergleich zu anderen Jahren darstellt. Schuld an den tiefen Zahlen war vor allem die nasskalte Witterung im Sommer, die den Bienen stark zusetzte. Zudem sind die Bienen natürlich auch abhängig vom Blütenangebot, und dieses war wegen den Frühjahrsfrösten insbesondere bei den Obstbäumen im vergangenen Mehr

Die Jagd hilft auch der Landwirtschaft (Entlebucher Anzeiger, 23. September 1997)

Nun sind sie also wieder auf der Pirsch, die rund 30’000 Jäger in der ganzen Schweiz. Der Abschuss von Wild nützt auch der Landwirtschaft, die jährlich von beträchtlichen durch Wildtiere verursachten Schäden betroffen ist.

Die Herbstzeit ist auch die Zeit der Jagd. Zu Tausenden gehen die Jäger in diesen Wochen wieder auf die Pirsch und warten mit geladener Flinte auf Rehe, Gemsen, Hirsche oder sogar auf Steinböcke. Über 40’000 Rehe, 18’000 Gemsen und 6’000 Rothirsche werden jährlich in der ganzen Schweiz zum Abschuss freigegeben. Die Zahl der jährlichen Abschüsse wird jeweils aufgrund von Zählungen und Schätzungen der zuständigen Wildhüter festgelegt. Das Fleisch der erlegten Tiere landet zum grössten Teil in der Bratpfanne. Spätestens zu diesem Zeitpunkt sind die moralischen Bedenken bezüglich der Jagd vergessen. So hat die Ankündigung einer Sonderjagd auf Rehkitzen im Bündnerland vor einem Jahr einen Sturm der Entrüstung ausgelöst. Auf die diesjährige Ankündigung der Sonderjagd sind die Reaktionen allerdings deutlich geringer ausgefallen. Offenbar hat die Bevölkerung akzeptiert, dass der Rehbestand im Kanton Graubünden mit 18’000 Tieren zum jetzigen Zeitpunkt zu hoch ist. Mehr

Nahrungsmittel: Zuerst kommt das Fressen und dann die Moral! (BauernZeitung, 27. Juni 1997)

Die Öffnung der Agrarmärkte erfordert Innovationen bei Verarbeitern und Landwirten. An einer Tagung in Triesenberg FL wurde nach Wegen zur Vermarktung von Agrarprodukten in einem globalisierten Umfeld gesucht.

Es war kein Zufall, dass der Schweizerische Verband der Ingenieur-Agronomen und der Lebensmittel-Ingenieure (SVIAL) das Fürstentum Liechtenstein als Austragungsort für den Weiterbildungskurs mit dem Thema “Öffnung der Märkte – Folgerungen für das Agrarmarketing” ausgesucht hatte. Liechtenstein gehört zu den sogenannten Kleinstaaten, ist stark mit der Schweiz verbunden, aber dank der EWR-Mitgliedschaft etwas näher am europäischen Geschehen als die Schweiz. Referenten aus der Nahrungsmittelbranche und aus dem Marketingbereich berichteten über im Ausland gemachte Erfahrungen, die beim Export von verarbeiteten Agrarprodukten gemacht wurden. Den rund 60 Kursteilnehmerinnen und -Teilnehmern wurde aufgezeigt, dass dem harten Gegenwind der internationalen Märkte vor allem mit innovativem Denken und optimalen Kostenstrukturen entgegengehalten werden kann. Mehr