Unterwegs zwischen den Gentechnik-Fronten (LID-Mediendienst, 20. Oktober 2005)

Koexistenz gibt auch in Deutschland zu reden: Die Klauss’, eine Biobauernfamilie im baden-württembergischen Unterboihingen, bauen keinen Mais mehr an – weil auf dem Versuchsbetrieb gleich nebenan Gentechmais wächst. Versuchsleiter Andreas Schier versteht das nicht.Das Schild “Wir arbeiten ohne Gentechnik” am Hofeingang des Bohnackerhofs deutet bereits an, dass hier keine Freunde der so genannten grünen Gentechnik am Werk sind. Seit vierzig Jahren bearbeitet die Familie Klauss den 60-Hektaren-Betrieb Wir arbeiten ohne Gentechnologieim Baden-Württembergischen Unterboihingen (D) nach den Grundsätzen des biologischen Landbaus. Als der benachbarte Versuchsbetrieb der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen (HfWU) vor zehn Jahren mit Freisetzungsversuchen von gentechnisch veränderten Zuckerrüben begann, änderte sich das Leben der Familie schlagartig. Bürgerkomitees wurden gebildet, Fernsehauftritte folgten und Gerhard Klauss erreichte nationale Bekanntheit. Bis an den Bundesgerichtshof in Karlsruhe gelangte er, um das Unterfangen zu verhindern, letztlich erfolglos. Mehr

Stadtbienen bringen reiche Ernte (Tierwelt, August 2005)

Die Bienenvölker von Imker Hans Stöckli produzieren ihren Honig in einem stadtnahen Garten. Dort sorgen sie dafür, dass die Obstbäume Früchte tragen. Der volkswirtschaftliche Nutzen der hoch entwickelten Insekten ist gross, die Anerkennung für die geleistete Arbeit gering.

Nur wer genau hinsieht, erkennt verborgen in üppigem Gebüsch das Verkaufsschild für frischen Schweizer Bienenhonig. Erst jetzt fällt das leise Summen von fliegenden Bienen auf, die sich gleich hinter dem Zaun ihren Weg zu zwei Bienenhäuschen suchen. Speziell Hans Stöckli, Imker in der Stadt Baselsind nicht die Bienenstöcke, sondern deren Standort. Wer sich nun denkt, dass diese an einem Waldrand oder neben einem Bauernhof stehen, der täuscht. Die beiden Holzhäuschen sind nur wenige Gehminuten von der Stadt Basel entfernt in einem Garten in Binningen BL platziert. Die Bienenvölker gehören dem Imker Hans Stöckli aus Allschwil BL. Die Besitzer des Gartens baten ihn vor mittlerweile 15 Jahren um seine Hilfe, als sie feststellten, dass die Ernteerträge von ihren Obstbäumen durch den Mangel an Bienen deutlich zurückgingen. Seither leisten die Völker zuverlässig ihre Dienste, indem sie die Blüten bestäuben und so ganz nebenbei reichlich Honig produzieren. “Mit ihren grosszügigen Gärten, Baumalleen und Pärken bieten Stadtgebiete einen ausgezeichneten Lebensraum für Bienen”, schwärmt Hans Stöckli. Darin liegt vielleicht der Grund, dass der Kanton Basel-Stadt schweizweit die höchste Bienendichte aufweist. Hans Stöckli unterhält noch acht weitere Standorte mit 90 Bienenvölkern in der Region Basel. Jedes Bienenvolk besteht im Sommer aus 30,000 bis 35,000 Individuen, im Winter schrumpft der Bestand auf rund einen Drittel. Mehr

Auch weisse Hühner legen manchmal braune Eier (LID-Mediendienst, 28. Juli2005)

Huhn

In der Schweiz leben über sieben Millionen Hühner. Im Vergleich zum Ausland haben sie es gut, denn die Batteriehaltung ist hier verboten. Trotzdem hat sich die Geflügelhaltung bei uns zu einem hoch automatisierten Geschäftsfeld entwickelt.

Vor fünf Jahren eroberte das Huhn Ginger weltweit die Herzen der Kinder und Erwachsenen. Es spielte die Hauptrolle im Erfolgsstreifen “Chicken Run”, einem Computer animierten Hühnerdrama. Die Hühnerherde auf der Tweedy-Farm ist im Film dazu verdammt, Eier zu legen. Ginger versucht vergeblich, ihrem Schicksal zu entfliehen, die Fluchtversuche durch den engen Maschendraht verlaufen immer wieder erfolglos. Erst die Ankunft des Hahnes Rocky verspricht Besserung. Doch die Zeit drängt, denn die herrische Bauersfrau hat neue Pläne, da sie mit Fleisch mehr verdienen kann als mit den Eiern. Selbstverständlich endet das Ganze auf der Leinwand mit einem Happy-End. Mehr

Lukrativer Online-Handel aus dem Berggebiet (Luzerner Woche, Juli 2005)

Immer mehr Leute beteiligen sich aktiv auf Internet-Versteigerungsplattformen wie eBay. An Verkäufer-Seminaren erklären die eBay-Leute, wie es geht. Paul Schönenberger aus Emmetten NW handelt von seinem Chalet aus online mit Fitnessgeräten und hat sich damit ein geschäftliches Standbein geschaffen. Mehr

Im Waldspielgarten spielt das Wetter keine Rolle (Luzerner Woche, Juni 2005)

Seit fünf Jahren besucht der Verein “Waldspielgarten” an drei Tagen pro Woche mit Kindergruppen den Wald in Tschädigen. Im Waldspielgarten lernen die Kinder den Umgang mit der Natur. Am Sonntag stellt sich die Institution anlässlich des Sommerfestes den zukünftigen Waldbesuchern vor. Mehr

Strom vom Bauernhof (LID-Mediendienst, 28. April 2005)

Immer mehr Landwirte interessieren sich für die Produktion von Strom. Die Anzahl von Biogas-Anlagen auf Bauernhöfen nimmt zu. Doch ob ein Boom entsteht, wie dies in Deutschland bereits Realität ist, muss die Politik entscheiden.

Den Bauern weht bekanntlich ein rauer Wind entgegen. Aus dem Verkauf von Milch, Fleisch oder Weizen bleibt am Ende immer weniger übrig. An der Grenze lauern billige Produkte aus dem Ausland. BiogasanlageUnd im sparwütigen Parlament sind die Beiträge an die Landwirtschaft immer umstrittener. Dass da mancher Bauer die Freude an seinem Beruf verliert, erstaunt nicht weiter. Trotzdem gibt es aber noch welche, die sich die Lust nicht nehmen lassen und nach anderen Verdienstmöglichkeiten in der Branche Ausschau halten. Eine Option bietet die Produktion von Strom. Ganz neu ist die Idee nicht. Bereits vor zwanzig Jahren bauten
besonders experimentierfreudige Bauern Biogasanlagen, in denen sie aus Gülle und Mist Strom produzierten. Obwohl viele Anlagen aus der Zeit dieses ersten “Biogas-Booms” nicht mehr in Betrieb sind, standen im vergangenen Jahr auf Schweizer Bauernhöfen 67 Anlagen im Einsatz. Die heutigen Anlagen sind effizienter und die Baukosten liegen deutlich tiefer als dies noch bei den Pionierbetrieben der Fall war. Die aktuellen Anlagen liefern immerhin genug Strom, um über 1,200 Haushalte mit Elektrizität zu versorgen. Mehr

Gentech-Wahlfreiheit hat ihren Preis (BauernZeitung, 10. September 2004)

In Bern diskutierten Fachleute, ob eine Produktion mit und ohne Gentechnik nebeneinander möglich ist. An der Tagung wurde offensichtlich, dass es mehr Fragen als Antworten gibt.

Ausserhalb von Europa hat sich der Anbau von Agrarprodukten mit gentechnisch veränderten Organismen (GVO) bei Kulturen wie Soja oder Mais längstens durchgesetzt. Es wird deshalb immer schwieriger, die Lebensmittel frei von gentechnisch veränderten Bestandteilen zu halten. Denn die Möglichkeiten der Vermischung beginnen bei der Sämaschine gehen über den Pollenflug bis letztlich zum Transport. Von der absoluten Gentechfreiheit haben inzwischen auch hart gesottene Gentech-Gegner Abschied genommen. Inzwischen geht es vor allem noch darum die viel zitierte Wahlfreiheit ans rettende Ufer zu bringen. Denn die Konsumenten sollen weiterhin zwischen Produkten ohne oder mit GVO wählen können. Das Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FiBL) lud an eine Tagung nach Bern, an der über das Nebeneinander von der Produktion mit und ohne Gentechnik diskutiert wurde, der so genannten Koexistenz. Mehr

Schon Willhelm Tell hatte Bratkäse im Rucksack (LID-Mediendienst, 15. Juli 2004)

Mediendienst LID, 15. Juli 2004

Schon Willhelm Tell hatte Bratkäse im Rucksack

Früher war der Obwaldner Bratkäse die Nahrungsgrundlage für Älplerfamilien während den Sommermonaten. Der “kleine Bruder” des Raclettekäses gilt heute als Spezialität und wird vor allem in den Zentralschweizer Kantonen geschätzt.

Ein heftiges Sommergewitter zieht über die Alp oberhalb von Sachseln. Es ist Abend und die Frau des Älplers bereitet die Mahlzeit vor, währenddem der Regen auf das Dach der Alphütte niederprasselt. Die Kinderschar wartet ungeduldig vor dem lodernden Feuer auf das Nachtessen. Mit einer eigens angefertigten Eisenzange hält die Mutter den BratkäseBratkäse in die Nähe der Hitze, und streicht den geschmolzenen Käse vorweg auf die Teller der hungrigen Mäuler. Zusammen mit dem am Morgen gebackenen Brot liefert die Mahlzeit genug Energie, um dem arbeitsintensiven Alltag auf der Alp standzuhalten.
So oder ähnlich dürfte ein Abendessen Mitte des 19. Jahr- Mehr

Gras trocknen mit altem Speiseöl (Zofinger Tagblatt, 13. Juli 2004)

Ettiswil Neues Blockheizkraftwerk wird mit gebrauchtem Speiseöl betrieben

Die Grastrocknungsanlage Grasag AG in Ettiswil geht neue Wege: Ein neues Blockheizkraftwerk, das mit gebrauchtem Speiseöl aus der Gastronomie läuft, trocknet nicht nur Gras, sondern produziert nebenbei auch Ökostrom.

Kilian Bossard von der Grasag bei der ÜberwachungSeit Mitte Mai macht einmal wöchentlich ein ganz besonderer Tanklastwagen bei der Grastrocknungsanlage in Ettiswil Halt. Die Fracht besteht aus aufbereitetem Altspeiseöl, welches für das kürzlich in Betrieb genommene Blockheizkraftwerk bestimmt ist. Mit dem gebrauchten Pflanzenöl aus der Lebensmittelindustrie wird ein Motor betrieben, der Wärme und Strom für die Grastrocknungsanlage erzeugt. Dass eine Wärme-Kraft-Kopplungsanlage mit altem Speiseöl aus Gastronomie und Lebensmittelindustrie betrieben wird, ist in der Schweiz einzigartig. Die umgebaute Schiffsdieselmaschine liefert nicht nur Elektrizität und Wärme für den eigenen Betrieb. Über die Hälfte des erzeugten Stroms fliesst ins regionale Verteilnetz und wird als Ökostrom verkauft. Dass das Pionierprojekt überhaupt realisiert werden konnte, liegt am Durchhaltewillen der Initianten sowie einem Investor aus der Elektrizitätsbranche. Mehr

Das Rindvieh im Laufe der Zeit (Anzeiger Luzern, 2. April 2004)

Viehschau Naturmuseum Luzern

In einer Sonderausstellung wird in Luzern viel Unbekanntes vom bekanntesten Nutztier unserer Breitengrade gezeigt. Die “Viehschau” zeigt die Kuh als Milchproduzentin, Landschaftspflegerin und Liebling der Nation.

In der Schweiz weiden immer weniger Milchkühe. In den letzten Jahren hat sich der Bestand um fast 100’000 Tiere auf zurzeit rund 65’000 Tiere reduziert. Schuld daran sind in erster Linie strukturelle Veränderungen in der Landwirtschaft sowie die BSE-Krise in den 90iger Jahren. Trotz Melkroboter und künstlicher Befruchtung konnte sich die Kuh aber als die Sympathieträgerin der Nation schlechthin behaupten. Immer wieder muss sie in Werbekampagnen ihren Kopf hinhalten. Trotz Omnipräsenz auf Weiden und Plakatwänden besitzt das Nutztier aber viele unbekannte Seiten. Das Klischee vom Stadtkind, das der Überzeugung ist, dass die Milch aus der Milchtüte kommt, unterstreicht diese Tatsache. Höchste Zeit, dachte sich das Natur-Museum Luzern, dem wohl wichtigsten Schweizer Nutztier endlich die Plattform zu geben, die es verdient. In der neuen Eigenproduktino “Viehschau – Das Rind im Museum” präsentiert sich eine Kuhherde in Reih und Glied mit wackelnden Schwänzen. Was fehlt ist der Stallgeruch, denn die Schwänze werden mit Elektromotor betrieben und das Glockengebimmel strömt aus dem Lautsprecher. Die 15 lebensgrossen Kühe mit authentischen Namen wie Alma, Olga oder Blüemli dienen als Träger für wertvolle Hintergrundinformationen. Einige haben eingebaute Vitrinen, andere Monitoren, auf denen Filme gezeigt werden. Doch aufgepasst, nur wer sich mit dem Melkstuhl in die richtige Position versetzt, erhält ein optimales Blickfeld. Inmitten der hölzernen Kuhherde steht die stolze Braunviehkuh Priscilla. Manch einer wird zweimal hinsehen müssen, um sich zu versichern, dass die täuschend echte Kuh nicht gleich davon marschiert. Auf den Star der Ausstellung ist Museumsdirektor Peter Herger besonders stolz: “Die lebensecht präparierte Kuh erhielt im Februar dieses Jahres an der Europäischen Präparatorenwettbewerb in Dortmund drei Preise!” Tierpräparator Wolfang Hauser aus Deutschland präparierte die siebenjährige Braunviehkuh eigens für diese Ausstellung. Mehr