«Gemüse retten» finden nicht alle cool

Foodwaste verhindern tönt gut. Immer mehr Gemüsegärtner nutzen dies für ihre Zwecke und organisieren Anlässe, an denen sie ihre überschüssige Ware günstig verkaufen. Das kommt in der Branche nicht überall gut an. 

Walter Maurer verkaufte Kartoffeln und Karotten für 1.50 Franken pro Kilo. 

Dicht gedrängt stehen Auto an Auto auf der Quartierstrasse zum Hof von Walter Maurer in Kölliken AG. Trotz regnerischem Wetter folgen an diesem Tag im Oktober Hunderte dem Aufruf in der regionalen Zeitung, ausgerüstet mit Kisten, grossen Säcken oder Migros-Einkaufswagen.… mehr

Online-Handel: Wird E-Gemüse nun salonfähig?

Während dem Corona-Lockdown im Frühling nahm der Online-Handel von Gemüse sprunghaft zu. Einige Gemüsegärtner nutzten die Gelegenheiten für einen eigenen Webshop. Doch es gibt auch andere Online-Absatzkanäle. 

Karotten online einkaufen? Bis Anfang Jahr kam in der Schweiz noch kaum jemand auf diese Idee. Doch während dem Corona-Lockdown igelten sich die Leute erstmals in ihren Wohnungen ein, mieden Menschenansammlungen in Supermärkten und waren überhaupt sehr verunsichert. Irgendwie logisch, dass man seine Haushaltartikel und vor allem die Lebensmittel in dieser ungewohnten Situation «ohne Risiko» in Online-Shops bestellte und sich nach Hause liefern liess.… mehr

Zweite Corona-Welle: Ansturm bleibt aus

Beim Lockdown im Frühling erlebten viele Hofläden ihr wahres Wunder. Nun in der zweiten Welle steigen die Einkäufe nur noch moderat an. Das liegt auch an der saisonal bedingt kleineren Auswahl und an den offenen Grenzen. 

Wie in vielen Hofläden ging es auch bei Gemüsegärtner Urs Baumann aus Kirchdorf BE während des Lockdowns im Frühling drunter und drüber. Weil der Wochenmarkt in Bern geschlossen war, kamen viele seiner Kunden von dort plötzlich direkt auf den Betrieb in den Hofladen.

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Engagement für Nachhaltigkeit der Genfer Gemüsegärtner

Die Genfer Gemüsegärtner verpflichten sich freiwillig zu mehr
Nachhaltigkeit. Als Instrument dafür dient das Label «Demain la Terre» aus Frankreich.

Die Union Maraîchère de Genève (UMG) verpflichtet sich zu mehr Nachhaltigkeit, indem sie dem französischen Label «Demain la Terre» beitritt, als erste ausländische europäische Unternehmung überhaupt notabene. Aktuell sind nach Angaben der Organisation rund 400 Landwirte mit einer gesamten Fläche von 5 000 ha dabei. 

Was bringt dieses Label den Genfer Gemüsegärtnern? Es gehe vor allem darum, die eigene Produktion langfristig zu verbessern, erklärt UMG-Präsident Alexandre Cudet.… mehr

Agrophotovoltaik: Lebensmittel und Solarstrom vom gleichen Ort

Diese Himbeeren auf einem Betrieb in Holland wachsen unter Solarmodulen. (Bild: BayWa r.e.)

Die Agrophotovoltaik ermöglicht eine Doppelnutzung von Land. Solarmodule über Reben, Reis oder Gemüse schonen Ressourcen und vermindern Landkonflikte. Bei einer Himbeeranlage in Holland zeigt sich, dass die Technologie praxisreif ist.

Strom und Lebensmittel auf derselben Parzelle produzieren? So schlecht geht das offenbar gar nicht, wie der im Oktober erstmals aus Perpignan durchgeführte Fachkongress Agrivoltaics zeigt. Obwohl es in der Schweiz erst ein paar wenige Projekte gibt, bei denen über oder zwischen landwirtschaftlichen Kulturen Solarpannels aufgestellt sind, ist Agrophotovoltaik (APV) bei uns noch kaum ein Thema.… mehr

Kompost-Tee anstatt Fungizid

Das Interesse an natürlichen Methoden des Pflanzenschutzes steigt. Einige Gemüsegärtner pröbeln mit Komposttee. Die Anwender des Mikroorganismen-Konzentrats sind überzeugt, dass es damit weniger Pflanzenschutzmittel braucht.

Gemüsegärtner Peter Zurbuchen appliziert den Kompostee auf seinen Zwiebeln.

Schaden tun sie wohl nicht, aber nützen sie denn auch? Für die einen Gemüsegärtner sind Biostimulanzien nicht mehr als ein fauler Zauber, andere hingegen schwören auf sie. Klar ist: als Folge der kritischen Diskussionen um den Einsatz von chemischen Pflanzenschutzmitteln steigt das Interesse bei allen Landwirten an möglichen alternativen Lösungen stark an.… mehr

Lagerung von Frischgemüse: Mehr Flexibilität dank CA-Boxen

Gemüsegärtner Daniel Vouilloz nutzt seit einigen Jahren spezielle Boxen für die flexible Gemüselagerung in kontrollierter Atmosphäre. Damit optimiert er die Produktionsabläufe und reduziert die Verluste auf dem Feld und im Lager.

Daniel Vouilloz lagert Krautstiel in den CA-Boxen.

Die 600-Liter-Plastikkiste war für Daniel Vouilloz aus Saxon VS so etwas wie eine Offenbarung. Vor etwa zehn Jahren testete er erstmals Module des französischen Anbieters Janny MT mit kontrollierter Atmosphäre (CA). Heute spielen sie auf seinem Gemüse- und Obstbaubetrieb eine Schlüsselrolle.… mehr

Ethylen als alternativer Keimhemmer bei Zwiebeln

Vorzeitig gekeimte Zwiebeln sind nicht verkaufsfähig. Für die Keimhemmung stehen verschiedene Verfahren zur Verfügung. Immer mehr Zwiebelanbauer setzen in ihren Lagerräumen auf das natürliche Pflanzenhormon Ethylen. 

Das Ethylen wird mit diesem Gerät vor Ort aus Ethanol hergestellt.

Wenn das Laub vergilbt und grösstenteils trocken auf dem Boden liegt ist die Zeit für die Zwiebel-Ernte gekommen. Die letzten beiden Wochen entscheiden massgebend über die Lagerfähigkeit von Zwiebeln, die bis tief ins nächste Jahr reichen soll. Petrus spielt dabei eine wichtige Rolle: Ist es während der Ernte zu nass, sind Probleme in der Lagerung vorprogrammiert.… mehr

Bei Erdmandelgrasbefall droht Stilllegung

Mit Erdmandelgras befallenes Feld mit Randen.

Immer mehr Biobetriebe kämpfen auf ihren Parzellen mit Erdmandelgras. Eine Umfrage zeigte, dass vorbeugende Massnahmen zur Verhinderung eines Befalls immer noch zu wenig bekannt sind.

Das Ungemach kam vor acht Jahren mit einer Ladung Humus aus Niederönz. Von dem Ort also, bei dem auf dem Geoportal des Kantons Bern für alle sichtbar viele orange Punkte erscheinen. Jeder Punkt steht für eine Parzelle mit einem von der Pflanzenschutzfachstelle eingetragenen Erdmandelgrasbefall. Der mit den kleinen Erdmandeln kontaminierte Humus wurde von der Gemeinde neben der frisch asphaltierten Strasse zur Ausebnung des angrenzenden Ackerlandes von Biobauer Fritz Widmer in Alchenstorf BE aufgeschüttet.… mehr

Plötzlich Lieferdienst

Einen Hofladen zu betreiben ist schon anspruchsvoll genug. Aber richtig spannend wird es erst, wenn ein Lieferdienst eingerichtet wird und mehr als ein Standard-Gemüsekorb bestellt werden kann. Dann zeigt sich: Nicht jeder Landwirt ist zum Logistiker geboren.  

Retten, was zu retten ist. Als der Bundesrat am 13. März der Schweiz den Corona-Lockdown verordnete, war für Gemüsegärtner Marco Peter aus Wildensbuch ZH sofort klar: es musste so schnell wie möglich ein neuer Absatzkanal her. Normalerweise ist «GmüesPeter» mit seinem Gemüse auf mehreren Wochenmärkten in der Umgebung unterwegs.… mehr